Massenmörder Anders Breivik betritt in Handschellen den Gerichtssaal.
Oslo. In den Minuten bevor Anders Behring Breivik (32) den Gerichtssaal betrat, war die Stimmung im Gerichtssaal angespannt. Dann kam er, der Massenmörder, und lächelte. Die Fratze des Bösen.
Norwegens größte TV-Sender übertrugen live, wie Breivik den Gerichtssaal betrat. Er war gefesselt und erhob seine Hände zu einem Gruß in Richtung Fotografen, ehe die Richterin alle weiteren Fotos und Filmaufnahmen untersagte.
Seit dem Massaker am 22. Juli im Osloer Regierungsviertel und auf der Insel Utoya sitzt der 32-Jährige hinter Gittern. Damit er seine irren Geschichten nicht verbreiten kann, setzten ihn die Behörden sogar in Isolierungshaft. 77 Menschen hatte der Diplomatensohn ermordet, kaltblütig erschossen.
Heute soll das das zuständige Gericht über die als sicher geltende Verlängerung der Untersuchungshaft entscheiden. Es ist die letzte Anhörung vor dem Prozess im April. Vorab hatte der erklärtermaßen an öffentlicher Aufmerksamkeit interessierte Attentäter sein Einverständnis für Fotos und TV-Bilder gegeben. Als Zuhörer beim Haftprüfungstermin haben sich gut hundert Angehörige von Breiviks Opfern und Überlebende seiner Anschläge angemeldet.
Wie sein Verteidiger sagt, will der unreuige Massenmörder in der Anhörung erläutern, warum er Norwegen vor der Mulitkulturalität bewahren will. "Ich bin kein Rassist", sagte Breivik im Vorfeld der Anhörung. "Aber ich bin der Meinung, dass Menschen dort bleiben sollten, wo sie herkommen."