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Ölpest

BP muss Nebenzugang zu Bohrloch fertigstellen - Alabama klagt

Zwar strömt seit Wochen kein Öl mehr aus der Quelle im Golf von Mexiko, aber die US-Regierung geht auf Nummer sicher: BP muss eine Bohrung abschließen, um das Loch ein für allemal zu stopfen. Indes gesellt sich der Staat Alabama zu den hunderten Klägern gegen BP.
Thad Allen, der Einsatzleiter der US-Regierung macht Druck auf BP.

Thad Allen, der Einsatzleiter der US-Regierung macht Druck auf BP.

WASHINGTON. Das Finale im Ringen mit dem ramponierten Bohrloch im Golf von Mexiko lässt auf sich warten: Nach dem Willen der US-Regierung muss der BP-Konzern einen Nebenzugang zu der Ölquelle fertigstellen, mit dessen Hilfe das Loch endgültig versiegelt werden soll. „Die Entlastungsbohrung wird abgeschlossen werden. Wir werden die Quelle schließen“, sagte der Einsatzleiter der Regierung, Admiral Thad Allen, am Freitag. Unterdessen verklagte der von der Ölpest betroffene US-Bundesstaat Alabama BP auf Schadensersatz.

Nach den Worten Allens mussten Experten zunächst noch beraten, wie sie bei der Entlastungsbohrung im Einzelnen vorgehen wollen, um Risiken zu vermeiden. Zuvor war fraglich geworden, ob der sogenannte Bottom Kill überhaupt noch notwendig ist. Bei diesem Manöver sollen durch den Nebenzugang Schlamm und Zement gepumpt werden, um die Quelle auf diese Weise zu versiegeln.

BP habe Alabama und seinen Bürgern schweren Schaden zugefügt, begründete Generalstaatsanwalt Troy King den Schritt seines Staates. Für diesen Schaden müsse es einen Ausgleich geben. Die Klage richte sich neben BP auch gegen die Mitbetreiber der versunkenen Bohrinsel „Deepwater Horizon“, die Firmen Anadarko und TransOcean. „Wir klagen auf den Betrag, der nötig sein wird, um Alabama wieder aufzubauen.“. Eine Summe nannte er nicht. Gegen den Ölkonzern sind bereits hunderte Klagen auf Schadenersatz eingereicht worden.

BP wies die Vorwürfe zurück. „BP hat sich bereits freiwillig bereiterklärt, allen rechtmäßig angemeldeten wirtschaftlichen Schaden zu übernehmen“, sagte eine Sprecherin. BP habe eine Verpflichtung über 20 Milliarden Dollar abgegeben und schon 352 Millionen bezahlt.

Das Bohrloch war Anfang des Monats bereits von oben mit Zement geschlossen worden. Zwei Wochen zuvor hatte BP die Quelle mit einem Deckel abgedichtet. Seitdem strömt kein Öl mehr aus.

Allen sagte, er werde eine Anordnung erteilen, wie mit der Entlastungsbohrung weiter verfahren werden soll. Danach brauche BP 96 Stunden, um die Arbeiten wieder aufzunehmen. Der britische Ölkonzern bohrt den Nebenzugang seit Anfang Mai. Knapp zwei Wochen zuvor hatte das Öl-Drama im Golf von Mexiko begonnen. Die Bohrung ist nur noch etwa zehn Meter von der Quelle entfernt.

Durch den zusätzlichen „Bottom Kill“ soll vor allem sichergestellt werden, dass auch ein Hohlraum zwischen dem Innen- und Außenrohr im Bohrloch verschlossen ist. Am Donnerstag hatte es geheißen, genau dies könnte bereits durch das vorausgegangene Versiegeln von oben geschafft worden sein.

Aus dem Leck waren seit Ende April insgesamt etwa 660 000 Tonnen Öl ins Meer geströmt. Die Ölpest gilt als bislang schwerste in der Geschichte der USA.

(dpa)


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