Ein Polizeiwagen steht vor dem Haupteingang des Klinikums in Jena
Er sei am frühen Freitagnachmittag wohlbehalten in der Uni-Klinik Jena angekommen, teilte deren Medizinischer Vorstand, Klaus Höffken, mit. Ein Hubschrauber hatte Althaus vom Krankenhaus Schwarzach im Pongau in rund zweieinhalb Stunden direkt nach Thüringen gebracht. Ende kommender Woche soll der Politiker in eine Reha-Klinik verlegt werden. Laut Staatskanzleichef Klaus Zeh (CDU) wurde Althaus inzwischen über den Tod der Frau informiert, mit der er auf einer Skipiste kollidiert war.
Höffken sagte, Althaus freue sich, wieder in Thüringen zu sein. Die „Akutbehandlung“ werde jetzt fortgesetzt. Der 50-Jährige werde von Neurologen, Psychologen und Physiothearpeuten betreut. Frühestens in acht bis zehn Tagen könne er in einer Reha-Klinik unterkommen. Nach unbestätigten Informationen des Fernsehsenders n-tv wird das die Moritz-Klinik in Bad Klosterlausnitz sein.
Althaus liegt nun nicht mehr auf einer Intensivstation, sondern in einem Zimmer der Neurochirugie. Deren Direktor Rolf Kalff sagte, Althaus’ Zustand sei sehr stabil. Die räumliche und zeitliche Orientierung habe der Politiker noch nicht wiedererlangt. Eine genaue medizinische Beurteilung sei aber noch nicht möglich gewesen, weil Althaus auf dem Flug ruhiggestellt worden sei.
Zeh betonte, er könne nicht sagen, wie umfänglich Althaus von einer mit der Familie befreundeten Psychologin über den Tod der Skifahrerin informiert wurde. Kalff hält es für möglich, dass Althaus die Nachricht aufgrund seiner schweren Hirnverletzungen bereits wieder vergessen haben könnte. Dies könne er aber noch nicht seriös beurteilen.
Ein Spezialhubschrauber aus Bad Berka hatte den Ministerpräsidenten in die Heimat geflogen. An Board waren neben seiner Ehefrau Katharina und einem Sicherheitsbeamten auch ein Notarzt und ein Sanitäter. Eine Sprecherin der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF) sagte, die eingesetzte Transportmaschine vom Typ Bell 412 mit 700 Kilometer Reichweite sei eine „fliegende Intensivstation“. Es sei nicht ungewöhnlich, dass dieses Rettungsteam schwer verletzte Patienten aus dem benachbarten Ausland hole.
Die Staatsanwaltschaft wies unterdessen Spekulationen über eine Alkoholisierung von einem der Unfallbeteiligten zurück. Althaus und die bei dem Unfall getötete Frau seien nüchtern gewesen, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Leoben, Walter Ploebst, mit. Dies habe eine Untersuchung der Blutproben durch Gerichtsmediziner der Universität Graz ergeben.
Althaus war am Neujahrstag im Skigebiet Riesneralm in der Steiermark mit der Skifahrerin zusammengeprallt. Er erlitt dabei ein schweres Schädel-Hirn-Trauma mit einer Hirnblutung. Seitdem war er im Kardinal Schwarzenberg’schen Krankenhauses in Schwarzach im Pongau ärztlich betreut worden. Die vierfache Mutter wurde am Mittwoch in Riegersburg, dem Heimatort ihres Mannes, beigesetzt.