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Grünen-Landtagskandidat wegen Beschneidungsgedicht in der Kritik

Drei Wochen vor der Landtagswahl in Niedersachsen haben die Grünen Ärger mit einem ihrer Kandidaten wegen abfälliger Bemerkungen über die Beschneidungspraxis bei Juden und Muslimen.

Hannover. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Montag) hatte der Direktkandidat im Wahlkreis Cloppenburg, Ulf Dunkel, Juden und Muslime, die an der Beschneidung Neugeborener festhalten, als "Arschlöcher" und "blinde Fanatiker" bezeichnet. Dies sei in einem Gedicht geschehen, das er im Internet verbreitetet habe.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, reagierte empört. "Das Machwerk von Herrn Dunkel strotzt nur so vor hasserfülltem Hochmut gegenüber Juden und Muslimen", sagte er der Zeitung. "Die Grünen sollten ihren Kandidaten jetzt ganz schnell zurückziehen und scharf zurechtweisen. Mit seiner arroganten und aggressiven Intoleranz ist er so jedenfalls in keiner demokratischen Partei tragbar."

Die Grünen distanzierten sich von ihrem Kandidaten. "Es ist sicherlich legitim, in der Beschneidungsdebatte auch grundsätzliche Kritik zu formulieren", sagten die Landesvorsitzenden Anja Piel und Jan Haude der "Süddeutschen Zeitung". Aufgrund der hohen Sensibilität dieser Thematik sei es aber wichtig, eine "klare Abgrenzung gegenüber antisemitischen und fremdenfeindlichen Einstellungen" zu wahren. "Wir akzeptieren derartige Äußerungen in unseren Reihen nicht." Dunkel sei aufgefordert worden, von seiner Landtagskandidatur Abstand zu nehmen. In enger Abstimmung mit dem Bundesvorstand würden weitere rechtliche Schritte geprüft.

dpa


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