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Kultur ... und es ward Licht - im Wintervarieté
Nachrichten Kultur ... und es ward Licht - im Wintervarieté
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00:16 25.11.2013
ZERBRECHLICHE SCHÖNHEITEN: Las-Vegas-Legende Tom Noddy erweckt Seifenblasen zum Leben. Quelle: Nigel Treblin
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Hannover

Martin Mall sitzt vorne an der Bühne und geigt. Er holt einen Ball heraus, wirft ihn vorsichtig hoch und beginnt zu jonglieren, mit Ball und Bogen und Instrument – doch hinten, an der Wand, geigt sein Schatten weiter.

Ganz leise schleicht sich dieser zauberhafte Effekt ein. Man verpasst ihn leicht, so wenig marktschreierisch kommt er daher. Aber genau solche Momente sind es, die das diesjährige Wintervarieté besonders machen. „Lichtgestalten“ heißt das Programm – und meint eben nicht nur Blenderei und Strahlkraft. Schon das Foyer wird von gleißenden Strahlern in Räume aus Licht unterteilt. Licht, das kann eben auch der schöne Schein sein, der trügerische.

Es geht um Lichtstimmungen, auch um Dunkelheit, die ja nichts anderes ist als die Abwesenheit des Lichts. Die Dinge mal in einem anderen Licht betrachten, auch das ist Thema. Der aus Hannover stammende Regisseur Knut Gminder hat ein Gesamtkunstwerk geschaffen, in dem die Summe viel, viel größer ist als die Teile. Und die Teile sind schon für sich genommen großartig.

Die deutsche Jenny Garcia zum Beispiel ist eine fantastische Akrobatin. Und nun singt sie auch noch, zart und zugleich stark, die Stimme widerhallend in elektronischen Loops. Die Kanadierin Santé Fortunato, auch sie eine Weltklasse-Akrobatin, kommt hinzu, schwingt sich in den Luftring wie ein Wesen aus Licht und zeigt eine Nummer, in der alle Gesetze der Anatomie außer Kraft gesetzt scheinen – und Garcia steigt mit ein. Ein Pas de deux in Schönheit.

Der Comedian Klaus Loch, ein Mann mit einem elastischen Körper wie eine Cartoon-Figur, führt durchs Programm, doch er wird auch geführt, bisweilen an der Nase herum. Keine Nummer in dem Programm, die nicht noch eine kleine Eigendynamik dadurch bekommt, dass ein anderer Künstler etwas beiträgt. Da ist Tom Noddy, eine Las-Vegas-Legende, der schon in den 70er Jahren bei Rudi Carell auftrat und Seifenblasen in Galaxien, Tornados und sogar Würfel verwandelt.

Das Quartett Crazy Flight, dessen Mitglieder mit magisch wirkender Leichtigkeit auf- und übereinander agieren. Das Duo Ogor, das zu einer bombastischen Laser-Show die ganz große Schule der Körperkunst zeigt. Zu Princes „Baby, I’m a Star“ tanzen sie zum Schluss alle zusammen und nehmen sich selbst auf die Schippe. „Unsere kleine Lounge-Show mit Gigantomanie-Tourette“ nennt Gminder das Programm. „Lichtgestalten“ begeistert mit seinen überbordenden Knalleffekten. Es lebt von den vielen kleinen Momenten. Dieses Gesamtkunstwerk muss – Pardon – sein Licht nie unter den Scheffel stellen.

Und hier lesen Sie, welche Promis bei der Premiere waren

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