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Kultur Zum Jahresstart die „Fledermaus“
Nachrichten Kultur Zum Jahresstart die „Fledermaus“
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14:17 14.01.2018
Eingespielt: Lawrence Foster dirigiert „Die Fledermaus“. Quelle: Heidrich
Hannover

Ein Höhenflug mit der „Fledermaus“ Fulminant eröffnete der NDR im ausverkauften Großen Sendesaal sein Musikjahr 2018. Beim traditionellen Neujahrskonzert spielten die NDR-Radiophilharmonie, der WDR-Rundfunkchor und zehn internationale Top-Gesangssolisten, alles unter der Leitung des US-amerikanischen Dirigenten Lawrence Foster. Sie begeisterten mit ihrer hinreißenden konzertanten Aufführung der Operette von Walzerkönig Johann Strauß die 1200 Zuhörer.

Schon die Ouvertüre ist ein Hörgenuss, mit wunderbar beschwingter Wiener-Staatsoper-Atmosphäre. Das bleibt den gesamten Abend so. Der 76-jährige Lawrence, immer in Bewegung, dirigiert mit viel Verve und Feingefühl.

Sogar ein kurzfristiger Solistinnenwechsel ist kein Problem: Für die erkrankte US-Sopranistin Melody Moore übernahm ihre Landsmännin Laura Aikin die Rolle der Rosalinde von Eisenstein und fügte sich bestens ins Ensemble ein. Zumal sie diese Rolle kurz zuvor an der Wiener Staatsoper bereits gesungen hat. Es wird ein rauschender Erfolg – Jubel, sogar vom Ensemble: Brillant ihre Arie beim Czàrdàs „Klänge der Heimat“.

Clevere Adele, charmanter Gabriel

Überhaupt die Gesangspartien: Sie sind durchweg hervorragend besetzt. Ob Mezzo-Sopranistin Elisabeth Kulman in der Männerrolle des Gastgebers Prinz Orlofsky nun das Couplet „Ich lade gern mir Gäste ein“ singt oder Annika Gerhards als entzückend clevere Adele mit ihrer Arie „Mein Herr Marquis“ fesselt.

Nikolai Schukoff harmoniert als charmanter Lebemann Gabriel von Eisenstein wundervoll mit Rosalinde beim „Uhren-Duett“ - so auch mit Mathias Hausmann (Bariton) als Freund Dr. Falke beim Duett „Komm mit mir zum Souper“. Klasse auch das Wiener Urgestein Kurt Rydl, der als Bass auf 45 Jahre Opernkarriere zurückblicken kann, als Gefängniswärter Frosch. Christian Elsner, Alexander Kaimbacher, Jochen Schmeckenbecher und Alice Waginger überzeugen ebenfalls.

Techtelmechtel in Champagnerlaune

Und der Chorwalzer „Brüderlein und Schwesterlein ...“ klingt einfach wunderschön. Techtelmechtel, Avancen, Champagnerlaune, die Rachepläne der Rosalinde und „Der Fledermaus“: Immer wieder gibt es kleine und kleinste Schauspiel-Einlagen. Die Texte werden auch mal amüsant aufgefrischt – mit Wiener und – „Oh, my God!“ – amerikanischem Akzent- da trifft sich schon mal das „Krampfadergeschwader“ zum „Maskenball in Wunstorf“, Dazu gibt es kurze Zitate aus anderen Musikwerken, die das Geschehen zusätzlich auflockern .

Am Ende mehrere Minuten kräftiger Applaus, Jubel, Bravos. Ein glanzvoller Abend. Glücklicherweise wurde das Konzertereignis vom NDR gleichzeitig auf CD produziert.

Von Christian Seibt

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