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Nachrichten Kultur Yvonne Catterfeld sucht die Freiheit
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00:16 29.03.2017
Sehr nett: Yvonne Catterfeld im Capitol. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Knapp 1000 Deutsch-Pop-Fans sind ins Capitol gekommen. Um kurz vor neun Uhr wird das Saallicht ausgeschaltet, ein besinnliches Piano-Intro rieselt durch die Lautsprecher. Yvonne Catterfeld betritt die noch dunkle Bühne unter dem begeisterten Beifall ihrer Anhänger.

„Guten Morgen Freiheit, komm doch rein, du musst nicht draußen stehen, hey, wir reißen alle Fenster auf, Sonne rein und Alltag raus“, singt sie; lieb klingt das und ein bisschen naiv. Das wird sich nicht groß ändern, jetzt da sie Mutter ist, drehen sich ihre Texte um den Nachwuchs und um die großen Gefühle in einer Freundschaft. Sie ist für ihre vielen weiblichen Fans ein Role-Model, ein Vorbild: Ob als Soap-Darstellerin, als Coach der Casting-Show „The Voice of Germany“ oder eben als Sängerin, ihre Gefolgschaft ist ihr treu ergeben.

Schon zum zweiten Song stößt ein Gast aus ihrem „Voice of Germany“-Team hinzu: Friedemann Petter heißt der Schlacks mit dem Lockenkopf. Er ist etwas ungelenk, der Gute, hat aber eine patente Stimme. „Vielen Dank, Petter“, ruft Yvonne. Es ist eine Show für ein TV-Publikum, mit eingängigen Songs im Drei-Minuten-Format, dahin geht die Reise.

Eigentlich hat Yvonne Catterfeld gar kein Programm. Mit viel Leerlauf, einem modischen schwarzen Oberteil, eine Hand steckt sie gerne in die Hosentasche, führt sie durch ihr Set – „Der nächste Song ist…“, wird dabei zu ihrem Standardsatz. Es sei denn, sie redet über Beziehungen. Der erste Mitsingpart („Dö, dö, dö“) kommt schon recht früh, da ist das Publikum noch gar nicht so richtig warm.

Yvonne Catterfeld war im Capitol. Das sind die Bilder.

„Die große Stadt, du kamst nicht zurecht. Damals war dir alles fremd und jetzt willst du nicht mehr weg.“ Singen kann sie einwandfrei, unterhalten weniger, denn die Frau mit den Katzenaugen hat nicht viel Spektakuläres kundzutun. „Man kann frei sein, wenn man konsequent ist und Risiken eingeht“ erklärt die 37 Jahre alte Erfurterin ihren Fans, die hängen an ihren Lippen und jubeln auf Kommando zum Titelsong ihres neuen Albums.

„Der nächste Song ist auch für ein Kind“, sagt sie, eine Flasche Wasser hat sie dabei stets in der Hand. Ein Lied für ihren dreijährigen Sohn folgt: „Pass gut auf dich auf, habe Dir immer vertraut“. Das Akustikset am Bühnenrand ist Pflicht, textlich bleibt es beim üblichen Liebe-tut-weh-Spiel, schnüff, schnüff: „Es ist besser, wenn Du gehst“, fordert Yvonne in „Lieber So“. „Im nächsten Song geht es um Beziehungsprobleme“, aha, schon wieder Liebestheater.

„Wir waren ja in Südafrika, eine tolle Sendung“. Den Song „Hey“, aus „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“, ursprünglich von Andreas Bourani, hat sie sich kompetent zu eigen gemacht. Zum Schluss darf Vorband-Boy Bengio bei ihrer aktuellen Single „Irgendwas“ mitsingen. Auch das ist gefälliger TV-Pop, allerdings mit einem langen, improvisierten Ende. Nach knapp 90 Minuten ist Schluss, und länger muss so ein Abend eigentlich auch nicht dauern.

Von Kai Schiering

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