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Kultur Wolfgang Stute und Hajo Hoffmann lassen auf dem Album „Marea“ musikalische Gezeiten erklingen
Nachrichten Kultur Wolfgang Stute und Hajo Hoffmann lassen auf dem Album „Marea“ musikalische Gezeiten erklingen
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11:50 06.10.2011
Wolfgang Stute musiziert unter eigenem Namen. Quelle: Ralf Decker

VON MATTHIAS HALBIG

HANNOVER. Arme Instrumentals! Sie erfüllen viel zu oft Fahrstuhlluft, beplätschern den Konsum im Kaufhaus, berieseln Partygäste in Unmerklichkeitslautstärke oder esoterische Seminare, werden meist als „Hintergrund“ beleidigt. Wolfgang Stutes Disc „Marea“ ist leise, akustisch, filigran. Aber seinen Titel „Young“ sollte man probeweise mal aufdrehen. Da ist Neil Young drin, da gibts Spuren von Santana („Samba Pa Ti“) und Lynyrd Skynyrd („Sweet Home Alabama“). Das geht ins Ohr. Und geht auch laut. Gut sogar.

„Marea“ heißt auf Spanisch „Gezeiten“ und ist das Debütalbum des 60-jährigen hannoverschen Gitarristen und Perkussionisten (Tierra, Heinz Rudolf Kunzes Räuberzivil). Sein Partner ist der Ausnahmeviolinist Hajo Hoffmann. Geboten wird Dramatisches wie „Klang des Herzens“, Wonniges wie „Lister Bairo“ und eingängige Balladen wie „Erste Zeiten“ und „Manda“.

Den Anstoß für den späten Beginn unter eigenem Namen gab der 2005 verstorbene Gitarrist Chris Jones, der Stute mit dem „open tuning“ vertraut machte. „Man braucht eine neue Herangehensweise, ganz neue Griffe“, sagt Stute, der wie von Jones versprochen „süchtig nach den neuen Möglichkeiten“ des Spiels wurde. Sechs Gitarren stehen bei ihm auf der Bühne, „nicht, weil ich zeigen will, wie viele ich besitze, sondern um die Marea-Stücke nacheinander spielen zu können“. Bei „Winterzauber“ klingt sein Instrument fast wie eine Balalaika.

Von der klassischen Musik kommt der Schüler des hannoverschen Professors Hans Michael Koch („Damals, als er noch in Wuppertal war, haben ihm die Leute noch nicht die Bude eingerannt, da hat er mich halt genommen, und das war mein Glück“).

Die Rolle an der Rampe hat Stute erst lernen müssen. Die Lesungskonzerte mit Kunze, den er auch fünf Jahre lang „von früh bis spät“ managte, waren ihm eine lehrreiche Schule des Vordergrunds: „Bis zu 150 Auftritte pro Jahr – da wird man schon sicherer und mutiger.“

Viele Stücke für ein zweites Album des Duos Stute/Hoffmann stehen schon, Hoffmann soll beim nächsten Mal auch mitkomponieren. Vor dem Herbst 2012 wirds aber nichts werden. Erstmal steht eine Runde Kunze an. Eine neue CD Räuberzivil ist geplant, das erste Studiowerk der Formation überhaupt. Und wer Stutes fingerflinkes Spiel live erleben will, der besucht ihn am besten am 17. November im Pavillon, wo er in einem dritten Projekt musiziert, als Teil der „Begleitung“ von Matthias Brodowy.HHHHI

Wolfgang Stute/Hajo Hoffmann: „Marea“ (Alive); als Musiker und Komponist auch auf: Matthias Brodowys „In Begleitung“ (GMV).

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