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AM DUMMY: Der Regisseur und  Artist Eike von Stuckenbrok balan ciert auf der Schaufensterpuppe.  Majorie Nantel lässt sich auf  Händen tragen – den Fuß am  Kopf.

AM DUMMY: Der Regisseur und
Artist Eike von Stuckenbrok balan
ciert auf der Schaufensterpuppe.
Majorie Nantel lässt sich auf
Händen tragen – den Fuß am
Kopf.© Frank Wilde

Varieté

Wintervarieté 2.0: „Dummy“ präsentiert innovative Artistik

Wenn es drauf ankommt, stellt Eike von Stuckenbrok mal eben die Varietéwelt auf den Kopf. Sich selbst dabei auch, auf den Schultern einer Schaufensterpuppe.

Hannover. Fürs Wintervarieté 2012 hat der 23-jährige Regisseur und Ausnahmeartist ein Programm entworfen,das ein Meilenstein der Szene werden soll. Varieté 2.0, interaktiv, innovativ, Avantgarde schlechthin. Zumindest überschlagen sich die Organisatoren Harald Böhlmann vom Kleinen Fest und Werner Buss vom GOP schon jetzt vor Begeisterung über ihren Star.

„Dummy“ heißt sein Programm. Denn lebensgroße Schaufensterpuppen, ihre Gliedmaßen und Köpfe werden zum Medium der Artisten. Tote Materie, die starr und kühl wirkt. Doch wenn Marjorie Nantel aus Kanada ihren eigenen Körper verbiegt und dabei auf die leblosen Puppenköpfe trifft, erwachen sie im Kuss zu lebenden Liebenden.

Auch sonst interagieren Bühne, Musik, Licht und Videotechnik auf besondere Weise mit der Artistik. Wenn Nata Galkina zum Beispiel mit Reifen jongliert, liegt sie auf dem Boden - die Bühne ist auf 45 Grad angewinkelt. Es ergibt sich ein völlig neuer Blickwinkel. Eine Kamera filmt die Jonglage und projiziert die Bilder direkt auf die speziell bewegbare Bühnenfläche. Ein Schatten verfolgt die Reifen und die Künstlerin: gruselig und spielerisch, bildgewaltig und doch atmosphärisch ruhig. Lichtdesigner Frieder Weiss arbeitet sonst für Künstler wie Kylie Minogue oder Großprojekte wie King Kong.

Und Eike von Stuckenbrok ist nicht nur der Regisseur dieses neunten Wintervarietés, sondern auch Artist. Auf seiner lebensgroßen Schaufensterpuppe klettert er mit Leichtigkeit in jeder erdenklichen Körperhaltung herum. Ein Rebell der Varietékunst, mit 17 Jahren schmiss er die Akrobaten-Schule in Berlin. Erfolg hat er trotzdem - oder gerade deshalb.

Vor zwei Jahren kam er auf Werner Buss zu - mit dem Dummy und Ideen zu einer Show. Der Künstlerische Leiter der GOPs gewährte ihm freie Hand; Markus Pabst als erfahrener Regisseur unterstützt das Projekt. Stuckenbrok ist kreativ und probiert gern aus. In einem Berliner Club habe er den Musiker Reecode gehört, berichtet er bei der Präsentation der Show gestern: „Den wollte ich“, sagt er energisch: „Reecode hat noch nie etwas für ein Theater gemacht, er macht Partys - aber er hat sich auf das Projekt eingelassen.“ Elektronischer, industrieller Sound lässt das Herz pumpen, ein Cello streichelt die Seele. Tanz wird es auch geben, vor allem aber tolle, hypnotische Bilder. Jedenfalls, wenn man dem Programmheft ein bisschen glauben darf.

INFO:

Premiere des neunten Wintervarietés „Dummy“ ist am 23.November; bis 20. Januar läuft das Programm in der Orangerie Herrenhausen; im November von Donnerstag bis Sonntag, im Dezember Mittwoch bis Sonntag, im Januar von Dienstag bis Sonntag, der 24. Dezember und 1. Januar sind spielfrei. Die Karten kosten 20 bis 36 Euro, ermäßigt 15 bis 20 Euro; es gibt sie im Vorverkauf unter der Tickethotline des GOP-Varieté-Theaters (0511/30186710) oder im Künstlerhaus in der Sophienstraße. Das Programm dauert etwa 90 Minuten.


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