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15:05 26.02.2017
Überfordert: Jack (Jonas Vietzke) in seiner Box. Quelle: Theater an der Glocksee
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Hannover

Eine gewaltige schwarze Box versperrt den Weg im Foyer des Theaters an der Glocksee. In die Kunststoffwände sind Schlitze geritzt, durch die man das Geschehen im Inneren der Box eher erahnen als erkennen kann. „Diese Box gewährt einen Einblick von Außen oder einen Ausblick von Innen“, beginnt Jack seinen 50-minütigen Monolog vor gerade mal 22 Zuschauern, ein Monolog über die schrecklichen Ereignisse und Nachrichten, die tagtäglich in den Medien präsentiert werden.

Mit „Jack in the Box“ wagt das Theater zusammen mit Schauspieler Jonas Vietzke ein einzigartiges Experiment, bei dem die Zuschauer auf engstem Raum mit den besorgniserregenden Geschehnissen, die auf der Welt passieren, konfrontiert werden.

Im medialen Zeitalter ist man permanent einer unaufhaltbaren Informationsflut ausgesetzt. Diese Masse an Informationen zu filtern, richtig einzuordnen und zu bewältigen stellt vor Herausforderungen, denen viele nicht gewachsen sind. Sie schütteln nur den Kopf und sind sprachlos. Ähnlich geht es der Kunstfigur Jack.

Auch er hält diesen Zustand der vollkommenen Reizüberflutung nicht länger aus und schließt sich ein. Knallt die Türen mit voller Wucht zu und sucht Zuflucht in seiner Blackbox – eingeschlossen mit seinen Gedanken, denen er dort freien Lauf lassen kann. „Unser Gehirn braucht dringend ein neues Betriebssystem“, so seine Überlegung. „Denn der einzige Ort, an dem das Gehirn mal runterfahren kann, ist der Traum“, ergänzt er.

In manchen Momenten wirkt Jacks Gedankenfluss wie eine Moralpredigt mit starr erhobenem Zeigefinger. Faszinierend und aufrüttelnd bleibt es. „Schmerz hilft, Schmerz vorzubeugen“, appelliert Jack. Und steigt aus der Kiste.

Die Texte zu „Jack in the Box“ werden zu jeder Performance neu geschrieben und an die aktuellen Geschehnisse angepasst. Wann und wo man Jack das nächste Mal erleben kann? Das entscheidet einzig und allein er selbst. Informationen gibt es hier.

Von Lara Sagen

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