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Büchermenschen: Ulrike Gerold und Wolfram Hänel vor der Bücherwand in ihrem Wohnzimmer.

Büchermenschen: Ulrike Gerold und Wolfram Hänel vor der Bücherwand in ihrem Wohnzimmer.

Menschen

Wie Hänel und Gerold Bücher schreiben

Er ist Geschichtenerzähler, sie gelernte Journalistin: Gemeinsam schreibt das hannoversche Schriftstellerpaar Ulrike Gerold und Wolfram Hänel Romane. Der NP haben sie erklärt, wie das funktioniert.

Hannover. Jetzt können sie wieder unter Leute gehen, ins Theater oder ins Kino. Die selbstgewählte Isolation ist vorbei. „Nichts ist kälter als der Tod“ ist erschienen, letzter Teil der Skandinavienkrimi-Trilogie, die das hannoversche Autorenpaar Ulrike Gerold und Wolfram Hänel unter dem Pseudonym Freda Wolff geschrieben hat.

„Wenn Ulrike nicht wäre, würde ich während des Schreibens überhaupt nicht mit anderen Menschen reden“, erzählt Hänel. Die Espressomaschine brodelt. Er lehnt sich, barfuß, in Jeans, auf seinem Küchentisch zurück, es ist sein Arbeitsplatz. Hier schreibt er seine Bücher, per Hand auf Zettel in einem Klemmbrett. Und während er schreibt, sitzt Gerold oben an ihrem Rechner und überarbeitet das zu Papier Gebrachte. „Und zum Diskutieren und Streiten treffen wir uns in der Mitte“, so Gerold.

Das Paar hat eine so bemerkens- wie beneidenswerte Arbeitsteilung gefunden. Gemeinsam konzipieren sie die Geschichten, halten das Handlungsgerüst in Kladden fest. Er, der vom Theater kam und zum Geschichtenerzähler wurde, schreibt. Sie, ehemalige Journalistin, recherchiert. „Meist bleiben wir so bis zur Hälfte bei dem Konzept – und dann kommt in der Regel eine neue Idee, die in eine andere Richtung führt“, erzählt Hänel.

Beim zweiten Freda-Wolff-Band hatte Gerold mittendrin die Idee, in Rückblicken die Vorgeschichte des Ermittlers zu erzählen. „Es lief gerade alles so gut“, sagt Hänel: „Da musst ich erst einmal mit dem Hund raus, ihm davon erzählen – und wie ich so Argumente gegen die Idee suchte gefiel mir die Idee immer besser.“ Also kamen die Rückblicke: „Das ist so ein Punkt, das würde einer alleine nicht machen.“

Drei Monate dauerte die reine Schreibarbeit an dem neuen Krimi, eine Zeit, in der sich das Paar weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurückzieht. „Mir reicht diese Welt des Romans dann vollkommen; ich muss nichts anderes sehen“, sagt Hänel.

Abends sprechen sie dann über das Geschaffte – Gerold: „Das ist unser Ausbruch aus der Einsamkeit – und gucken Serien. Nicht zu spannende: „Die lenken zu sehr ab.“ Jetzt ist der Krimi draußen. Lesungen stehen an. Kinderbücher müssen geschrieben werden – Auftragsarbeiten, die nicht so sehr ablenken.

Eine neue Idee für ein erwachsenes Buch spukt allerdings auch schon in ihren Köpfen herum. Und sowieso: Die „Sopranos“ haben sie noch nicht geguckt.

Das Buch

Ein eisiger Winter in Norwegen. Auf einem zugefrorenen See bricht ein Bus ein; 14 Mitglieder einer Theatertruppe sterben. Dann stellt sich heraus: Das Eis war präpariert – und eigentlich sollte jemand Anderes sterben – ein fall für Sonderermittler Jan-Ole Andersen und Psychologin Merette Schulmann.

Freda Wolff: „Nichts ist kälter als der Tod“. Aufbau, 320 Seiten, 9,99 Euro.

Von Stefan Gohlisch


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