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Kultur Wer wagt es Edward zu veräppeln?
Nachrichten Kultur Wer wagt es Edward zu veräppeln?
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16:45 08.09.2010
Ist er wirklich der Richtige für den Abschlussball? Becca (Jenn Proske) mit Vampir Edward (Matt Lanter).
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VON LAURENZ LIERENZ

Eine Persiflage auf Edward & Co. war überfällig. James-Dean-artiger Vampir kriegt keinen Zahn mehr in den Hals, nachdem er im US-Hinterwald ein tolles Mädel kennengelernt hat – die Frau für die Unsterblichkeit. Das „Twilight“-Ding entzweite die Teenagerheit: Anbetung oderHasskappe. Die Kino-Verhohnepipelung, dieDonnerstag anläuft, heißt im Untertitel „Bis(s) zum Abendbrot“ (wohl der älteste Wortwitz auf Stephenie Meyers Kosten). Und im Haupttitel „Beilight“.

Welches man den Regisseuren dieser Klamotte, Aaron Seltzer und Jacob Friedberg, sogleich entbieten möchte. Da steht der Werwolfteenie, der auch hier Jacob heißt, sich aber bei Vollmond in eine Fußhupe (kleinen Hund) verwandelt, an einem Baum und pinkelt. Hihi! Und da pupst Becca Crane (statt Bella Swan) dem Vampirteenie, der auch hier Edward (Sullen statt Cullen) heißt, ins zugegeben schon vorher bleiche Antlitz, als beide gerade miteinander in die Koje wollen. Hoho! Dieses Niveau wird selten überschritten während der 80 Minuten. Wie raunte doch die alte Zigeunerin neulich am Gartenzaun: „Hütet euch vor Filmen, die es nicht auf 90 Minuten bringen!“

Und hütet euch vor diesen Machern. Die haben schon „Epic Movie“ (doppelgähn!) verantwortet und „Meet the Spartans“ (triplegähn!). Ob sich Becca für Vampir oder Werwolf entscheidet, ist ihnen völlig schnurz. Da die Werwölfe (Indianer) gern oberkörperfrei und in kurzen Jeans herumlaufen, werden sie allerdings Ziel homophober Anwürfe. Man kann das lustig finden, wenn sie zu „It‘s raining Men“ herumtanzen. Dann ist man aber vermutlich jemand, der gerade erst am Herausfinden ist, dass der Fluss der Sexualität zwei Ufer hat.

„Twilight“-Fans kriegen eh schon viel ab. Feigling muss somit gescholten werden, wer sich ein derart leichtes Ziel aussucht. Dass den beiden US-Spaßialisten kein erinnernswerter Gag gelingt in diesem Bespotten der ersten beiden „Twilight“-Filme, ist nur gerecht. Der Originaltitel „Vampires suck“ („Vampire lutschen / saugen / nerven“) stimmt nicht. Vampire sind klasse. Nur „Beilight“ lutscht.

„Beilight – Bis(s) zum Abendbrot“, USA 2010, 80 Min. Regie: Seltzer/Friedberg.

Wer unter Vampir-Entzug leidet: Lieber „Daybreakers“ ausleihen!

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