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Stühle auf einem Haufen vor dem Kasseler Museum Fridericianum.

Stühle auf einem Haufen vor dem Kasseler Museum Fridericianum. © Uwe Zucchi

Kunst

documenta-Werke werden abgebaut

Das war mal Kunst, aber jetzt kann das weg: Kurz nach dem Ende der Kunstausstellung documenta (13) ist der erste Teil des Schrotthaufens der italienischen Künstlerin Lara Favaretto abtransportiert worden.

Kassel. "Der Aufbau hat Wochen gedauert, nun wird es in nur vier Tagen abgebaut. Das ist quälend und sehr emotional", sagt die Künstlerin. Immer wieder macht sie Fotos. Ein Kasseler Entsorgungsbetrieb hatte den Metall-Müll für die Weltkunstschau am Kulturbahnhof abgeladen, Favaretto ließ ihn so dort während der 100 documenta-Tage liegen und nannte ihn "Momentary Monument IV". Nun holte das Unternehmen das Metall wieder ab. "Vorher war es Schrott, dann Kunst und jetzt ist es wieder Schrott", konstatiert der Geschäftsführer des Trillhofs, Matthias Hartmann.

Dagegen standen die betenden Auto- und Flugzeugmotoren des Frankfurter Künstlers Thomas Bayrle zunächst noch in der documenta-Halle. Der thailändische "Geist" in der Karlsaue war wie auch der aus Abfällen entstandene und bewachsene "Doing nothing garden" ("Nichts-tun-Garten") des chinesischen Künstlers Song Dong und andere Werke bereits eingezäunt. Weiter ist das Kunstwerk von Anri Sala: Die Uhr in der Karlsaue war bereits nicht mehr zu sehen.

Auch der japanische Künstler Shinro Ohtake baut sein Werk "Mon Cheri", das als "Tsunami-Hütte" bekanntwurde, in Eigenregie ab. Wehmut empfinde er nicht. "Das Haus ist gut wiederaufzubauen." Es solle in Japan in einem Museum stehen, sagt er. "Dort will ich es noch vergrößern. Es ist ein wachsendes Haus." Die Hütte ist zusammengebaut aus einem Sammelsurium von Dingen, die im Zusammenhang mit dem Erdbeben, dem Tsunami und der Atomkatastrophe in Japan 2011 stehen. "Das Motiv ist eng damit verbunden, was ich im vergangenen Jahr in Japan gefühlt habe", betont Ohtake. Ein in einen Baum über der Hütte gehängtes Boot soll in Kürze entfernt werden.

Die documenta (13) war am Sonntagabend mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen. Rund 860 000 Menschen sahen die Weltkunstschau. Bis Ende Oktober soll alles abgebaut sein und vor allem Plätze in der Karlsaue und auf dem Friedrichsplatz sollen bis dahin renaturiert sein. Die 14. documenta beginnt am 10. Juni 2017.

Die Schau überdauern wird die umstrittene und nicht zur documenta gehörende Skulptur "Mann im Turm" des Künstlers Stephan Balkenhol, die auf einem Kirchturm am Kasseler Friedrichsplatz aufgestellt wurde. Balkenhol hat den "Mann im Turm" der Kirche geschenkt. "Ich habe das Gefühl, dass er da ganz gut aufgehoben ist. Das ist ein Dank an die Kasseler Bürger für die Unterstützung während der Konfliktphase", betont er. Die Figur, ein Mann mit seitlich ausgestreckten Armen, hatte Protest bei der künstlerischen Leiterin der documenta, Carolyn Christov-Bakargiev, ausgelöst.

dpa


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