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Vom neuen Album des Wu-Tan Clans gibt es nur ein Exemplar. Foto: Jacek Bednarczyk

Vom neuen Album des Wu-Tan Clans gibt es nur ein Exemplar. Foto: Jacek Bednarczyk

Musik

Wu-Tang Clan verkauft Album an umstrittenen Pharma-Manager

Das neue Album der Rapper vom Wu-Tang Clan ist einmalig - buchstäblich, denn es gibt nur ein Exemplar davon. Es geht in einer Auktion ausgerechnet an einen Mann, der in den USA gerade als Symbol für rücksichtslose Bereicherung dasteht.

New York. Die Rapper vom Wu-Tang Clan haben ihr neues Album, von dem nur ein Exemplar existiert, meistbietend an einen stark umstrittenen Manager aus der Pharma-Branche verkauft.

Der Sieger der Auktion war Martin Shkreli, der kürzlich für viel Empörung sorgte, als er den Preis eines Medikaments von 13,50 Dollar auf 750 Dollar pro Pille hochschraubte. Er habe rund 2 Millionen Dollar (etwa 1,8 Millionen Euro) für die einzige Kopie des Albums "Once Upon a Time in Shaolin" bezahlt, berichtete das Magazin "Bloomberg Businessweek" unter Berufung auf informierte Personen.

Die US-Gruppe erklärte dem Magazin, sie habe zum Zeitpunkt des Zuschlags die Geschäftspraktiken Shkrelis nicht gekannt und spende einen erheblichen Teil des Betrags.

Der Wu-Tang Clan hatte die ungewöhnliche Aktion im vergangenen Jahr angekündigt. Der Besitzer des Albums mit 31 Songs darf damit alles machen, was er will - außer Geld mit der Aufnahme verdienen. Interessenten und Medien war lediglich ein rund 13 Minuten langer Auszug vorgespielt worden. Der Verkauf für einen "Millionenbetrag" war im November bekanntgegeben worden.

Der 32-jährige Shkreli war wegen der Preiserhöhung bei dem von seiner Firma Turing Pharmaceuticals gekauften Medikament Daraprim, das zur Behandlung von Infektionen eingesetzt wird, heftig kritisiert worden. Er zeigte daraufhin keine Reue und kündigte lediglich Rabatte für Krankenhäuser an. "Bloomberg Businessweek" erklärte er jetzt, er wolle solche Privat-Alben auch von weiteren Künstlern haben. Dem Magazin zufolge kaufte er bereits bei einer Auktion eine Kreditkarte des 1994 gestorbenen Nirvana-Frontmannes Kurt Cobain.

"Once Upon a Time in Shaolin" habe er noch nicht gehört, sondern spare sich das Erlebnis für einen Tag auf, an dem er sich niedergeschlagen fühlen werde, sagte Shkreli. "Ich könnte überzeugt werden, es mir früher anzuhören, etwa wenn Taylor Swift es hören will."

Shkreli hat zugleich wenig Mitgefühl für Fans vom Wu-Tang Clan, denen das neue Album bisher entging: "Sie haben das vorherige Album nicht gekauft, oder das davor - und sie hätten nur zehn Dollar zahlen müssen." Tatsächlich gingen die Verkäufe der Alben des Clans nach einem starken Debüt in den 90ern in den vergangenen Jahren stetig zurück, was möglicherweise auch an der wechselnden Besetzung lag. Bei "Once Upon a Time in Shaolin" machten alle noch lebenden Mitglieder der Original-Formation mit.

dpa


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