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Wolfgang Laib wird geehrt.

Wolfgang Laib wird geehrt. © Jochen Lübke

Kunst

Wolfgang Laib erhält "Praemium Imperiale"

Er ist für die Kunst einzuschätzen wie der Nobelpreis für die Literatur: Der "Praemium Imperiale" zählt zu den am höchsten dotierten Kulturpreisen. Ein deutscher Bildhauer erhält ihn.

Berlin. Der deutsche Bildhauer und Konzeptkünstler Wolfgang Laib (65) gehört zu den diesjährigen Trägern des japanischen "Praemium Imperiale". Die Auszeichnung gilt als weltweit wichtigster Kunstpreis.

Mit der Auszeichnung werde Laibs Schaffen gewürdigt, teilte der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, als deutscher Repräsentant der Japan Art Association in Berlin mit.

Weitere Preisträger sind der japanische Maler und Popkünstler Tadanori Yokoo, der französische Architekt Dominique Perrault, die Pianistin Mitsuko Uchida und die französische Tänzerin Sylvie Guillem. Die Preise werden am 21. Oktober in Tokio vergeben. Sie sind mit jeweils 112 500 Euro dotiert.

Mit seinen Arbeiten, für die er oft organische Stoffe wie Blütenstaub, Reis oder Milch verwendet, habe Laib jenseits von Moden und Trends wesentlichen Menschheitsfragen nachgespürt, hieß es zur Begründung von der Jury. Laibs Arbeiten seien immer wieder ausgestellt worden, unter anderem im National Museum of Modern Art in Tokyo, dem Haus der Kunst in München und dem MoMA in New York.

Für seinen kraftvollen Grafikstil, seine Phantasie und den radikalen Einsatz lebhafter Farben würdigte die Jury den Maler Tadanori Yokoo (79). Bekannt als "Japans Antwort auf Andy Warhol" sind Yokoos Werke in mehr als 120 Museen zu finden. 2012 wurde für ihn in Kobe ein Museum gebaut.

Die in Japan geborene Mitsuko Uchida (66), mittlerweile britische Staatsbürgerin, versuche über die Noten hinaus zu verstehen, was die Komponisten zum Ausdruck bringen wollten, erklärte die Jury. Uchida trete mit den besten Orchestern auf und engagiere sich bei der Förderung junger Musiker.

Als "Ausnahmetänzerin" würdigte die Jury Sylvie Guillem (50). Mit ihrer anmutigen Gestalt und Geschmeidigkeit setze sie technisch brillante Choreographien um. Weltbekannt und gefeiert ist sie auch durch ihre Zusammenarbeit mit Choreographen wie Maurice Béjart, Mats Ek und Russell Maliphant.

Der Architekt Dominique Perrault (62), der unter anderem die Französische Nationalbibliothek in Paris und das Berliner Velodrom entwarf, setze in seinen Arbeiten kraftvolle Akzente. Zu seinen wichtigsten Bauten gehören der EU-Gerichtshof in Luxemburg, der Fukoku Tower in Osaka und die zur Zeit in Bau befindliche Longchamps-Pferderennbahn in Paris.

Der Nachwuchspreis geht an die Yangon Film School in Myanmar. Die Filmschule, in der seit zehn Jahren junge Leute für den Dokumentarfilm ausgebildet werden, erhält 37 500 Euro für eine Neuproduktion.

dpa


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