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22:45 05.10.2018
HEIMATGEFÜHLE: Die Wingenfelder-Brüder auf der Bühne im Capitol. Quelle: Foto: Wilde
Hannover

Sie sind zurück von der „Fury & Friends“-Kreuzfahrt, steuern nun direkt ihren einstigen Heimathafen an – Hannover war, vor über dreißig Jahren, die Geburtsstadt der Furys. Auch wenn die Gebrüder Wingenfelder hier schon lange nicht mehr wohnen, angefangen hat alles eben 1987 in der Landeshauptstadt.

Zeitsprung, denn nun sind die Wingenfelders unterwegs, fast 30 Konzerte gibt das fleißige und umtriebige Brüder-Duo in Deutschland, Nord-Ost-Süd-West, steht auf dem Tourplan, sie wollen es wieder wissen.

Der Gesang von Kai ist immer noch etwas ungewohnt, da deutsch, die vielen Fury-Jahre haben sich dann doch auf dem Trommelfell eingebrannt. Und das ist Bruderliebe, seit Jahrzehnten komponieren und spielen sie gemeinsam, und ja, auch optisch sind sie sich ähnlich.

Zurück von der Fury-Kreuzfahrt

Und sie können sich ohne die Furys behaupten, auch wenn sie hier und da auf das alte Material zurückgreifen. Die „Sieben-Himmel-hoch-Tour“ führt sie ins Capitol, so etwas wie das Wohnzimmer der beiden. 2010 haben sie ihr Bandprojekt „Wingenfelder“ aus der Taufe gehoben, seitdem begeistern die beiden ihre Fans mit ihrem ganz eigenen Stil mit deutschen Texten auf ihren drei Wingenfelder-Studioalben.

Ihr neues Album heißt, wie die Tour, „Sieben Himmel hoch“, und neben den 21 Titeln, haben sie auch einen internationalen Künstler und Musiker mit an Bord: Rami Jaffee, seines Zeichens Keyboarder der Foo Fighters, hat sie auf ihrem aktuellen Album bei sechs Songs kongenial unterstützt. Nur schade, dass er im Capitol nicht mit dabei ist.

Nach der großen Fury-In-The-Slaughterhouse-Geburtstagssause auf dem Kreuzfahrtschiff ist es für Kai und Thorsten Wingenfelder die logische Schlussfolgerung, nun mit Wingenfelder ihre ganz persönliche, musikalische Vision zu suchen. „Bis nach Berlin“ oder „Vom Suchen und Finden“, sind intime Lieder, in denen sie keine Scheu haben, sich zu offenbaren.

„Time to wonder“ überrascht

Der Fury-Hit „Time to wonder“ überrascht als softe Akustik-Version. Die Mundharmonika von Bassmann Volker Rechin bringt den Blues ins Haus. Dafür gibt es viel Szenenbeifall. „When I’m dead and gone“, von McGuinness Flint, einer englischen Popgruppe aus den 70er-Jahren, war schon zu Fury-Zeiten ein veritabler Live-Hit, Thorsten schlägt behänd die Mandoline, und „Irgendwo ist immer Sommer“.

Neben Kai und Thorsten Wingenfelder, beide Gesang und Gitarre, überzeugen Benny Glass am Schlagzeug, Robert Schuller am Keyboard sowie der schon erwähnte Volker Rechin am Bass. Fabian Schulz unterstützt die Kapelle ebenfalls mit seiner Gitarre. Songs wie „Sieben Himmel hoch“, der Zungenbrecher „World Weit Weg“ und „Mitten im Leben“, werden, wenn auch nicht mitgesungen, vom überzeugten Publikum gerne mitgemurmelt, einzig „Verlieb dich nicht in mich“ passt nicht so wirklich zum Alter der Protagonisten.

Ein Gruß an „Die Ärzte“

Mit „Beste Band der Welt“, wollen sie sicher Die Ärzte ärgern, das ist eine schelmische Promo-Provokation. Und „Rockin‘ in the free World“ von Neil Young, spielen sie dann auch in einer deutschen Text-Fassung – überraschend mit Fury-Gitarrist Christof Stein-Schneider.

Die 800 Zuschauer gehen gut mit, da sind Fury-Fans am Start, Freunde aus Hannover, und natürlich auch andere Musiker der Stadt, so wie der Pedal-Steel-Gitarrist und Fury-Begleitmusiker Martin Huch. Mit Fury in the Slaughterhouse fing es einst an, und nun haben Wingenfelder das Steuer übernommen.

Von Peter Rose

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