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GUT ZU ZWEIT: Kai (links) und Thorsten Wingenfelder sind gut drauf bei ihrem Konzert im Capitol.© Tim Schaarschmidt

Konzert

Wingenfelder beenden "Retro"-Tour im Capitol

„Glücklicherweise bin ich eher ein Geschichtenerzähler und kein Sänger“, erklärt Thorsten Wingenfelder im Capitol. Denn 40 Konzerte im Winter durchzustehen, ist kein Pappenstiel. Bruder Kai kann ein Lied davon singen, seine Stimme musste einiges aushalten auf der laufenden „Retro“-Tour.

Hannover. Die endet jetzt in Hannover, und da schließt sich der Kreis. Hier sind die Brüder aufgewachsen, hier haben sie ihre Band namens Fury in the Slaughterhouse gegründet. „Retro“ passt also in doppelter Hinsicht. Und die gut 1300 Fans freuen sich, sie sind aus zwei Gründen gekommen: um die besten Titel der deutschsprachigen Wingenfelder-Alben zu hören und um noch ein paar Fury-Songs abzustauben. Doch langsam, erst einmal wirds autobiografisch. In „Brüder“ beschreiben die beiden, was es heißt, gemeinsam in einer Band zu spielen, sich zu streiten, sich zu vertragen..

Es gibt viel zu erzählen. So beichtet Thorsten offenherzig seinen kommenden 50. Geburtstag und dass er den Ehrentag seit Teenager-Tagen nicht mehr gefeiert hat. Doch nun ist Zeit für einen Neuanfang, die erste Midlife-Crisis hat er kompetent abgeschüttelt.

Überhaupt ist es der Abend von Thorsten. Gleich beim dritten Song „Paradies“ singt er die Hauptstimme, seine melancholische Verve erinnert an die englischen Post-Punker The Waterboys. Er verprügelt seine Gitarre und spielt ein wildes und aufgeregtes Gitarrensolo, inklusive der Pete-Townshend-Windmühle und eingesprungenem „Rittberger“. Das sieht man selten von ihm, jetzt scheint es ihm ein großes Anliegen zu sein, so intensiv zerrt er an den Saiten seiner Telecaster.

Kai stürzt sich derweil in die Menge, läuft bis zum Mischpult, klatscht mit den Fans ab und singt „Dinge, die wir nicht verstehen“. Das sind Dinge, die alle verstehen.

Kais Herzensangelegenheit ist der Song „Hey Cowboy“, eine Abrechnung mit einem falschen Freund. Der Fury-Song „When I’m Dead and Gone“ war früher flotter, dafür beeindruckt „Die Angst vor der Angst“ umso mehr. Das ist der stärkste Titel an diesem Abend. Mit „Won’t Forget these Days“ in einer Art Coldplay-Disco-Version und dem unverwüstlichen „Time to Wonder“ enden zwei Stunden perfekte Unterhaltung. Die Fans sind berauscht. Die Band ist es ebenso.

Bewertung 5/5

VON KAI SCHIERING

DREIMAL FURY

Won’t forget these sales: Das erste große Konzert zum 30. Band-Geburtstag von Fury in the Slaughterhouse nächstes
Jahr ist schon ausverkauft. Auch die Tickets für den Zusatztermin am 11. März 2017 gehen gut weg. Darum wird es ein drittes Konzert in der Tui-.Arena geben: am 12. März 2017. Karten (37,50 bis 47,95 Euro) gibt es in den NP-Ticket-Shops sowie unter
tickets.neuepresse.de


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