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00:16 29.12.2017
Hart wie Torf: Im Capitol wurde eine rockige Weihnacht zelebriert. Wie immer seit 28 Jahren mit Torfrock. Quelle: Heusel
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Hannover

„40 Jahre Torfrock und 28 Jahre Bagaluten-Wiehnacht!“, ruft Klaus Büchner von der Kultband aus Hamburg begeistert ins Publikum. Das sind beeindruckende Zahlen, so wie die 1400 Torfrock-Verrückten, die Möchtegern-Wikinger, Nordmänner und Lokal-Patrioten, die wie so oft am Abend des ersten Weihnachtsfeiertags ins Capitol gekommen sind.

Mit Torfrock kann man gut feiern und sich leicht identifizieren: Ketten mit Thor-Anhängern, die verpflichtenden Wikingerhelme, die vielen auffälligen „Ich-war-in-Wacken“-Shirts. Dazu passen die Odin-Rufe und auch der „Presslufthammer B-B-Bernhard“. Es ist gleich die erste Torfrock-Nummer, alle singen mit: „Lauter! Lauter!“, ruft Klaus, er hat die Menge im Griff, und bläst dabei in sein Fagott. „Leiser, Leiser!“, der Gag funktioniert auch.

„Der Boxer (Hau mir doch bitte nicht mehr auf die Lippe)“ ist von 1979 und schon so etwas wie Kulturgut. Wie eben viele ihrer Lieder – guter Rock ’n’ Roll, Klamauk, Ulk mit deutschen Texten – „bumbadi bum bum“. Dass ihre Weihnachtsgedichte eher hochprozentig als besinnlich sind, stört keinen – „Bei die Engel darf das jeder, denn Engel haben keine Leber“, wird dankbar belacht.

Der Instrumententausch zwischen Volker Schmidt und Raymond Voß bringt musikalische Abwechslung, der SG-Bass brummt zu „Hey Joe“ und kommt mit einem schönen Schnack auf Platt von Klaus. Das wird eine lange, rockige und elegische Version des Klassikers. Viel Beifall und nochmal viele Odin-Rufe.

Mit „Summertime Blues“ wird es jetzt lauter, der gute Boogie Woogie „Trunkenbold“, den Raymond Voß singt, hat AC/DC- und Status-Quo-Qualitäten. „Hey, hey!“, rufen die Wikinger-Fans im Chor. Roadhouse-Rock-’n’-Roll mit Blockflöte, dazu traditioneller Folk, „Volle Granate, Renate“ ist der Lieblingssong der Fans und mit „Freie Bahn mit Marzipan“ und „Beinhart“, wird die Werner-Sektion eröffnet.

Der Song „Wikinger“ ist ungewohnt düster, die Torfrocker um Klaus Büchner sind heute rockiger und musikalischer als in den Vorjahren, weniger Witz, mehr Rock. Und auch wenn Dr. Hooks „Rolling Stone“-Coversong vielleicht etwas langsam gerät und die Ironie des Originals vermissen lässt, ist ihre Songwahl dennoch gelungen.

Und als Raymond dann noch seine Flying-V-Gitarre auspackt und das ganze Capitol „Wir saufen den Met“ und „Leise rieselt der Schnee“ skandiert, ist Weihnachten gefühlt mal wieder gerettet. Bis zum nächsten Jahr.

Von Kai Schiering

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