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Auftritt in London: Whitney Houston© ap

Konzert

Whitney Houston: "Soprano-Freundin" will nicht mehr

Superstar Whitney Houston hat sich mit stimmlichen Bruchlandungen auf der Bühne zurückgemeldet. Ihren Auftritt in der Londoner O2-Arena am Sonntagabend widmete sie Michael Jackson.

Er sollte dort mit seiner großen Comebackshow auftreten, doch dann starb er im Juni 2009 wenige Wochen vor dem Start. „Er hat fünf Jahrzehnte für uns alle gelebt, und nun danken wir ihm“, sagte die 46-Jährige in der ausverkauften Konzerthalle vor 23 000 Zuschauern.

Der „King of Pop“ habe sie immer wieder an ihre Probleme erinnert. Houston, die rund 175 Millionen Platten verkaufte und mit dem Film „Bodyguard“ Kinokassen füllte, machte mit jahrelangem Ehekrach, Drogenproblemen und der Scheidung von Bobby Brown von sich reden. Im Mai macht ihre erste Welttour seit zehn Jahren in Deutschland Halt.

In Anspielung an Jacksons Hit „You Are Not Alone“ fuhr sie fort:
„Wir sind allein, singen diesen Song für Dich.“ Jedoch verfehlte Houston, die mit Spitznamen „The Voice“ heißt, hohe Töne, verkürzte ihre Lieder und entschuldigte sich mehrfach für ihre Patzer. Hunderte Zuschauer verließen den Saal während des Konzerts.

Jackson hatte in derselben Arena am 5. März 2009 sein Bühnencomeback mit zehn Shows in dieser Konzerthalle angekündigt. Die Konzertreihe, die auf bis zu 50 Termine vergrößert wurde, hätte im Juli starten sollen. Der US-Sänger starb am 25. Juni 2009 an einer Überdosis starker Medikamente, die ihm sein Arzt verabreichte. Nach dem Tod sei sie „am Boden zerstört“ gewesen, sagte Houston und holte einen ihrer Tänzer auf die Bühne, der mit Jackson auftreten sollte.

Die angeschlagene Sängerin konnte auch in London nicht mit ihrer bekannten Sangeskraft überzeugen. Bei ihren Hits wie „My Love Is Your Love“ und „Greatest Love Of All“ wirkte ihre Stimme heiser, krächzend und so, als ob ihr ein Frosch im Hals steckt. Mehrfach setzte sie zum Höhepunkt ihres Welthits „I Will Always Love You“ an, nahm sich Pausen und konzentrierte sich wie eine Stabhochspringerin, die allerdings immer wieder die Latte reißt. Mehrere Konzerte hatte sie wegen gesundheitlicher Probleme bereits absagen müssen.

Aus einem Konzertgenuss wurde ein voyeuristisches Mitfiebern und Mitleiden. Die Zuschauer lachten die einst charismatische Sängerin aus, als sie sich nach zwei Liedern die Nase puderte und den Lippenstift nachzog. Nach 45 Minuten gönnte sich die fülliger gewordene Popdiva eine elfminütige Pause. „Ich muss mich umziehen“, erklärte sie. Erst fast zum Schluss, als Houston anscheinend die Scham verlor, wirkte sie gelöst und locker zu „I Wanna Dance With Somebody“ und „How Will I Know“.

Die Klimaanlage sei Schuld an ihrem Scheitern, sagte die völlig verschwitzte US-Sängerin: „Sie will nicht zurückkommen, meine alte Soprano-Freundin. Ich hatte sie lange ins Gebet genommen, aber sie kann nicht. Manchmal singt das alte Mädchen, aber nicht heute Abend. Sie ist sogar ein wenig temperamentvoll.“ Sie erklärte ihre Begeisterung darüber, dass ihre Mutter Cissy im Publikum saß und sie nach mehreren Wochen Pause wegen einer Atemwegserkrankung in London wieder auf der Bühne stehen konnte. Schon am Montag und Mittwoch wollte Houston wieder dort oben stehen.

Im Mai kommt Houston mit ihrer elfköpfigen Band nach Deutschland. Geplant sind Auftritte in Berlin (12.), Leipzig (13.), Hannover (16.), Hamburg (17.), München (21.), Stuttgart (22.), Oberhausen (26.), Nürnberg (27.), Mannheim (29.) und Frankfurt (31.). Dafür gibt es noch Karten. dpa


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