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JUNGE STARS IM FINALE 
(von links): 
Tobias Feldmann, Bomsori Kim, 
Dami Kim, Airi Suzuki, In Mo Yang, 
Alexandra Conunova-Dumortier.

JUNGE STARS IM FINALE
(von links):
Tobias Feldmann, Bomsori Kim,
Dami Kim, Airi Suzuki, In Mo Yang,
Alexandra Conunova-Dumortier.© Behrens

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Konzert

Violinwettbewerb: Tobias Feldmann ist der Liebling des Publikums

Mangelndes Selbstbewusstsein ist bei ihm nicht auszumachen. Dass er „nur“ Dritter beim 8. Joseph-Joachim-Wettbewerb geworden ist, scheint Tobias Feldmann nicht zu kümmern. Ist ja „nur die Meinung einer Jury“.

Hannover. Und die hatte nun mal die Moldawierin Alexandra Conunova-Dumortier und die Koreanerin Dami Kim gemeinsam oben aufs Treppchen gestellt. Zwei erste Preise. Den zweiten hatte man sich gleich geschenkt. 50 000 Euro jede, die Stiftung Niedersachsen hatte großzügigerweise noch 20000 Euro draufgelegt. Aber um eine erstklassige Zukunft braucht sich Tobias Feldmann trotzdem keine Sorgen zu machen, wie er bei der Abschluss-Gala bewies und mit Franz Waxmans „Carmen Fantasy“ ein glitzerndes Virtuosenfeuerwerk abbrannte. Riesenjubel, viele Bravos: klar, dass der Geiger aus Würzburg, der bei Antje Weithaas (gewann den allerersten Joseph-Joachim-Wettbewerb) studiert, sich souverän den Publikumspreis holte.

Und den der Kritiker. Die hatten als Messlatte vorgegeben: Wen wollen wir nochmal hören? Und das wäre dieser deutsche Geiger.

Nichts gegen die beidenSiegerinnen, die sich an diesem bemerkenswerten Abend auch das Siegerkonzert teilen mussten. Alexandra Conunova-Dumortier spielte den ersten Satz vom Sibelius-Violinkonzert, Dami Kim schloss den zweiten und dritten von Beethoven an. Der Sibelius war vergleichsweise spannend, breiter Ausdrucksradius, perfekt gegeigt. Was auch für den Beethoven galt - der allerdings bei Verzicht auf jugendliche Forschheit und Mut zum Risiko reichlich konventionell geriet - das Larghetto (begleitet von der Radiophilharmonie unter Hannu Lintu) wurde mit getragenem Tempo zur sanften Wellness-Musik.

Die Jury war allerdings auch nicht zu beneiden, die Entscheidung fiel, nachdem 71 Stunden netto Geigenmusik abgehört worden waren.

Der Wettbewerb selbst, der höchstdotierte seiner Art, war wieder ein Erfolg - Hannover bekommt dadurch international einen guten Klang in einer Welt, in der Kultur und Klassik noch wichtig sind: Der Live-Stream wurde international stark nachgefragt.

Und die jungen Geiger waren in der Wettbewerbszeit in die Schulen gegangen und hatten Konzerte im ganzen Land gegeben, zwischen Aurich und Fürstenberg, Stade und Wolfenbüttel. Hans Eveslage, Präsident der ausrichtenden Stiftung Niedersachsen: „Die jungen Spitzenmusiker haben uns wieder tief berührt.“


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