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Zwei Frauen betrachten Adolph Menzels Pastell «Emilie in roter Bluse» (oben, um 1850).

Zwei Frauen betrachten Adolph Menzels Pastell «Emilie in roter Bluse» (oben, um 1850). © Bernd von Jutrczenka

Kunst

Villa Grisebach versteigert Werke aus der Mosse-Sammlung

Rudolf Mosse stellte eine der wichtigsten privaten Kunstsammlungen der Weimarer Republik zusammen. Die Nazis raubten seine Werke. Jetzt bieten die Erben des Verlegers einige Rückgaben zur Auktion an.

Berlin. Drei Gemälde aus der Sammlung des Berliner Zeitungsverlegers Rudolf Mosse (1843-1920) werden am Mittwoch (1.6.) in Berlin versteigert. Die Bilder aus dem 19. Jahrhundert gehörten zur NS-Raubkunst und wurden an die Erben der jüdischen Familie zurückgegeben.

Versteigert werden Adolph Menzels Pastell "Emilie, die Schwester des Künstlers, in roter Bluse", Wilhelm Leibls "Bildnis des Appellationsrats Stenglein" und Ludwig von Hofmanns "Frühlingssturm". Den höchsten Schätzpreis hat das Menzel-Bild mit 300 000 bis 400 000 Euro, wie das Auktionshaus Villa Grisebach mitteilte.

Die Sammlung war laut Grisebach die erste, die 1934 von den Nationalsozialisten zwangsversteigert wurde. Die drei Bilder wurden demnach von Museen in Winterthur (Schweiz), Darmstadt und Sindelfingen an die Erben übergeben.

Die Stadt Köln hatte jüngst ein weiteres Gemälde Mosses, ein Werk des Spaniers Narcisse Virgilio Díaz de la Peña, zu gleichen Teilen an zwei jüdische Erbengemeinschaften zurückgegeben. Außerdem gab kürzlich die Universität Zürich zwei ägyptische Mumienporträts an die Rechtsnachfolger Mosses zurück. Schon wenige Monate nach Hitlers Machtübernahme war der Mosse-Besitz 1934 unter dem Deckmantel einer angeblichen Treuhandstiftung in Berlin zwangsversteigert worden.

dpa


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