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KRAFTVOLL AN DER GITARRE: Chris Norman macht seinen Anhängern im Aegi viel Freude.© Insa Cathérine Hagemann

Konzert

Viel Beifall für Chris Norman im Aegi

Die fetten Gitarren- verstärker auf der Bühne sind schon eine Ansage: schwarze, grobe Holzkisten mit glühenden Röhren. Und mit „Waiting“ soll es auch ein sehr rockiger Auftakt mit lauten Riffs für den ehemaligen Sänger der Pop-Band Smokie werden. Chris Norman ist fit und sieht gut aus, und auch die mallorca-blonden Strähnchen des Soft-Rockers stehen dem 65-Jährigen.

Hannover. Norman ist ganz in Weiß gekommen. Das hannoversche Ü-50-Publikum weiß noch, was ein Starschnitt ist, kennt Arcade und K-Tel und ist auf Normans Seite - ausverkauft und Spaß dabei. An den Türen im Theater am Aegi hängen Schilder mit dem Hinweis, doch bitte erst bei „Midnight Lady“ aufzustehen und nach vorne Richtung Bühne zu gehen. Doch die vielen Smokie- und Norman-Fans erheben sich schon bei seiner dritten Nummer: „Lay Back in the Arms of Someone“ lässt hier keinen kalt.

Norman schlägt kräftig die Gitarre an, sein Gesang ist heiser und rau, so wie man ihn seit Jahrzehnten kennt und schätzt - 40 Jahre ist er unterwegs, erzählt er stolz. „For a Few Dollars More“ handelt von einem unmoralischen Abend mit einer Dame - „Sie zeigt dir ihr Herz und dann die Tür“. Den Klassiker „Morning Dew“ rocken Norman und seine Band locker und groovig, wie sich das für den Hippie-Song gehört. „Stumblin’ in“ sang er einst mit Suzi Quatro, nun hat Gitarristin und Background-Sängerin Michelle Plum Quatros Platz eingenommen, die Smokie-Atmo stimmt, genauso wie bei „If you Think you Know how to Love me“. Einfache Musik mit gut gewählten Schlagwörtern - „Mexican Girl“ und die „Gypsy Queen“ ziehen immer.

Norman spielt seine Folk-Ballade „Before the Morning Knows“, ist dabei unterhaltsam und witzig. „Living Next Door to Alice“ erlebt ein fast schon hysterisches Geklatsche, glücklicherweise ohne die notorische Who-the-fuck-is-Alice-Strophe. Die „Midnight Lady“ darf ebenso wenig fehlen wie eine Dieter-Bohlen-Story. Da reicht schon die Erwähnung des Namens, dass die Zuschauer wissend lachen.

Das rockige Ende mit „Roll over Beethoven“, „Needles and Pins“ und „Twist and Shout“ lässt Normans musikalischen Vorlieben erahnen. Er weiß, wie er sein Publikum rumbekommt - mit Rock ’n’ Roll im weißen Anzug. Viel Beifall.

Bewertung: 4/5

VON KAI SCHIERING


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