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Mario Vargas Llosa bei der Präsentation seines neuesten Romans in Madrid.

Mario Vargas Llosa bei der Präsentation seines neuesten Romans in Madrid. © Sergio Barrenechea

Literatur

Vargas Llosa kehrt mit neuem Roman nach Peru zurück

Mario Vargas Llosa kehrt mit einem neuen Roman in sein Heimatland Peru zurück. Er befasst sich in dem Werk mit dem Regime von Alberto Fujimori, das in den 90er Jahre in dem lateinamerikanischen Land herrschte.

Madrid. Gewalt, Terror, Angst: Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa meldet sich mit einem neuen Roman zurück und entführt die Leser in seine peruanische Heimat der 90er Jahre.

In dem Werk "Cinco Esquinas" (Fünf Ecken) werde die Zeit der autokratischen Herrschaft von Präsident Alberto Fujimori beschrieben, berichtete der Schriftsteller am Dienstag bei der Vorstellung des Buches in Madrid. In Peru hätten damals Terrorismus, eine verkommene Moral und Gewalt weite des gesellschaftlichen Lebens beherrscht, sagte Vargas Llosa, der neben der peruanischen auch die spanische Staatsangehörigkeit besitzt.

Der Roman kommt an diesem Donnerstag in den Handel, zunächst allerdings nur in spanischer Sprache. Auf Deutsch solle er im Oktober unter dem Titel "Die Enthüllung" erscheinen, teilte der Suhrkamp-Verlag mit.

Der Roman beginnt mit dem Versuch eines gewissenlosen Boulevard-Journalisten, den Ruf eines angesehenen Mineningenieurs mittels kompromittierender Fotos zu zerstören. In Cinco Esquinas, einem traditionsreichen und ärmlichen Viertel in Perus Hauptstadt Lima, enthüllt das Werk ein komplexes Machtgefüge und eine skrupellose Presse.

Vargas Llosa beschreibt diese Epoche als einen "schmutzigen Krieg", in dem Regimegegner getötet oder durch Diffamierung in den Medien zum Schweigen gebracht worden seien. Die Instrumentalisierung der Presse sieht er dabei als eine Gemeinsamkeit, die alle autoritären Regimes verbinde.

Die Gewissenhaftigkeit der Journalisten sei auch heute ein sehr aktuelles Thema, betonte Vargas Llosa. Der Journalismus befasse sich zu häufig mit "Skandalen und Klatsch", häufig auf Kosten der Wahrheit und der Qualität, beklagte der Autor. "Manchmal fühlt man sich im Journalismus dazu gedrängt, nicht die volle Wahrheit zu vermelden." Man müsse jedoch stets einen Weg finden, der Ehrlichkeit den Weg zu ebnen. "Wir müssen die Wahrheit verteidigen und sie stets der Lüge vorziehen", sagte der Schriftsteller.

dpa


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