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DAS FREUT DIE ZIELGRUPPE: Vanessa Mai hat sich lange Socken angezogen.© Frank Wilde

Konzert

Vanessa Mai singt ihren moderenen Schlager im Aegi

„Heute soll die Nacht aller Nächte sein“, verspricht Vanessa Mai ihren 1000 Fans im Theater am Aegi. Die Zutaten: Emotion, Erotik, Schlager. Da kann ja wenig schiefgehen.

Hannover. „Wachgeküsst“ gibt schnell den Ton an, stampfender Rhythmus, einfliegende Backings, Liebesbekundungen - an den Freund, an die Fans und natürlich an die Musik. Der moderne Schlager, den Vanessa Mai personifiziert, geizt nicht mit Gefühlen und großen Posen.

Der letzte Takt, das Licht geht aus: Mit schwarzen Overknee-Stiefeln und knappstem Oberteil steht die 24-Jährige zwischen ihrem Drummer und Keyboarder. Letzterer ist für den Großteil der Töne verantwortlich - „wenn was schiefgeht, ist das seine Schuld“, sagt Mai und lacht.

Musikalisch kommen da keine Überraschungen aus der Büchse, ob die Songs nun „Wachgeküsst“, „Zauberland“ oder „Wie ein Blitz“ heißen. Doch den beispiellosen Generationenwechsel, den der deutsche Schlager vollzogen hat, erreicht man eben auch nicht mit musikalischer Innovation - sondern mit Charisma, Wandlungsfähigkeit und geschicktem Ködern jeglicher Zielgruppen.

Die Jugendlichen im Aegi finden sich in den vom Hip-Hop inspirierten Bewegungen von Mais Tanzcrew wieder, ältere Schlagerfans in den großen Emotionen des Konzerts, das männliche Schützenfest-Publikum in ihrer Minimal-Garderobe. Sie weiß es ja selber. Nach dem dritten Kleiderwechsel kommentiert sie ihr Outfit augenzwinkernd: „Ist ein bisschen zu lang geraten.“

Und der Rest klatscht einfach mit und freut sich mit der Sängerin, bekommt mit ihr feuchte Augen, singt mit ihr „Ohne Dich“, erst in der Mai-Version, dann als Cover der Münchener Freiheit - Fanpost schwebt dazu über die Leinwand.

Während der Umzugspausen läuft dort ein Interview, in dem die Sängerin sich bei den Fans bedankt, von der Wolkenfrei-Zeit erzählt und sich noch einmal bei den Zuschauern bedankt. Das ist nett, dabei geht aber oft das Tempo verloren. Zu „Ich sterb für dich“ werden die Melodramatik-Reserven nochmal angezapft - ein perfekter Abschluss für Vanessa Mai und ihre Fans.

Bewertung: 3/5

VON LILEAN BUHL


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