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EINFACH MAL UNTERTAUCHEN: 
Der Graf sprich t
das böse Seepferdchen
und hat Spaß dabei.

EINFACH MAL UNTERTAUCHEN:
Der Graf sprich t
das böse Seepferdchen
und hat Spaß dabei.© Boris Roessler

Interview

Unheilig: Interview mit dem Grafen

Endlich mal im Abspann: Der Graf im NP-Interview über Synchronsprechen und sein Stottern.

Herr Graf, wie ist es dazu gekommen, dass Sie mit Ihrer Stimme „fremdgegangen“ sind?

Ich habe eigentlich immer darauf gehofft, dass ich mal gefragt werde, ob ich mich als Synchronsprecher versuchen möchte. Eigentlich hatten wir gerade keine Zeit dafür, aber ich habe trotzdem sofort zugesagt. Wir haben das irgendwie zwischen die Tour geklemmt, und ich war auch gern bereit, in der Nacht schon von der einen Stadt in die andere zu fahren, um morgens Aufnahmen zu machen. Ich habe zwei oder drei Figuren auf Probe eingesprochen, um zu sehen, wie das so abläuft. Dabei habe ich mich direkt in den „Big D.“ verliebt. Er ist so ganz anders, und dann diese tiefe Stimme …

Wann haben Sie zum ersten Mal festgestellt, dass Sie mit Ihrer Stimme etwas Besonderes anfangen können, dass sie auf Menschen wirkt?

Meine Stimme hat mir am Anfang nur Ärger gemacht, weil ich von Kindesbeinen an gestottert habe. Das war ganz extrem. Im Grunde genommen wollte ich immer nur normal sein. Wenn man als Kind stottert, hat man es nicht einfach, gerade, was das Schulische angeht. Diese Stimme hat mir nur Probleme gemacht, bis ich gemerkt habe, dass sie mir in Verbindung mit Musik Selbstbewusstsein gibt. So bin ich aus dieser „Zwangsjacke“ des Stotterns herausgekommen. Ich habe den Mut gefunden, auf Leute zuzugehen und auch in der Schule das Wort zu ergreifen, auch wenn man weiß, dass man vielleicht mal kleben bleibt. Vielleicht würde ich heute kein Instrument spielen und kein Musiker sein, wenn ich nicht gestottert hätte.

Sind Sie ein Kinogänger?

Ich liebe Filme! In dieser Beziehung bin ich ein Nerd, ich habe eine riesige DVD- und Blu-ray-Sammlung. Gerade Filmmusik hat es mir angetan, ich bin damit groß geworden. Am Anfang habe ich eigentlich immer nur die Filmmusik der Videos meiner Eltern nachgespielt. Deshalb war es auch mein Wunsch, irgendwann mal meinen Teil zu einem Kinofilm beizutragen, wo ich im Abspann lesen kann, dass ich dabei war.

Haben Sie schauspielerische Ambitionen?

Nee. Ich bin Musiker und ich sage mir, Schuster, bleib bei deinen Leisten. Allerdings bin ich ein neugieriger Mensch. Wenn man mich fragen würde und ich das, was ich spielen soll, mit meinem Bauchgefühl vereinbaren kann, würde ich es vielleicht mal probieren.

Ihre Kollegen von The BossHoss mischen in „Sammy“ mit. Kennt man sich?

Wir kannten uns gegenseitig aus dem TV und von Auftritten. Man hat sich mal „Hallo“ gesagt, aber nicht mehr. Erst beim Interviewtag zum Film haben wir uns richtig getroffen und auch mal quatschen können. Die sind sehr nett, und ich finde auch super, was sie im Film gemacht haben. Sicher war es sehr schwer, Muränen mit einem Akzent zu synchronisieren und dabei immer so eine devote Haltung einzunehmen.

Viele Prominente beklagen den Verlust ihrer Anonymität. Sie sind der Beweis dafür, dass man sein Privatleben bedeckt haltenkann, wenn man es wirklich will. Was machen die anderen falsch?

Das kann ich nicht sagen. Ich selbst rede einfach nicht darüber. Und wenn andere über mein Privatleben reden, sage ich nichts dazu. Aber ich erkläre auch jedem gern, warum ich das tue. Es wäre für mich undenkbar, irgendein Familienmitglied mit über den roten Teppich zu ziehen oder zu erzählen, was man gerade privat macht. Ich würde mich auch nie auf eine Home-Story einlassen, um Werbung für ein neues Album zu machen, so nach dem Motto „Das ist mein Wohnzimmer, das ist mein Schlafzimmer, und hier - nanu! - liegt zufällig meine neue CD auf dem Tisch!“.

Natürlich möchte der Film durch Ihre Besetzung an Ihrem Erfolg partizipieren. Geht das in Ordnung?

Das ist für mich ganz logisch. Natürlich wird man als Synchronsprecherauch mit dem Hintergrund angefragt, dass man auf seinem Gebiet gerade sehr erfolgreich ist.

Und was hat Ihnen bei „Sammy“ besonders gefallen?

Die Botschaft, die der Film transportiert, ist wichtig. Es geht um Freundschaften, die geschlossen werden, es geht um das Gemeinsam-füreinander-da-Sein, um das Verwirklichen eines Traums. In diesem Fall ist es der Ausbruch aus diesem Seeaquarium. Werte wie Freundschaft, Liebe und der Glaube an sich selbst helfen dabei, das Böse zu bekämpfen. Es wird um die Freiheit gekämpft.


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