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Kultur Tzimon Barto im Großen Sendesaal
Nachrichten Kultur Tzimon Barto im Großen Sendesaal
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16:50 30.11.2018
Das sind Muskeln: Tzimon Barto im Großen Sendesaal.
Hannover

Die Muckis fallen als erstes auf: Tzimon Barto dürfte weltweit der Pianist mit den mächtigsten Bizeps sein – weswegen er auch keinen Frack, sondern ein langärmeliges T-Shirt trägt. Aber er kann auch ganz sanft – wie er beim Konzert mit der NDR Radiophilharmonie bewies.

Dem zweiten Klavierkonzert von Béla Bartók von 1931 hatte man früher gerne „archaische Sinnenwildnis“ unterstellt: Tastengedonner, das man angesichts der Muskelberge erwarten könnte, blieb hier aus. Tzimon Barto ging ziemlich kultiviert an das vertrackte Werk mit seinen pianistischen Höchstanforderungen, bewältigte die Presto-Teile mit staunenswert filigraner Technik. Bei den extremen Tempi war es schon bewundernswert, wie Dirigent Christoph Eschenbach das Laufwerk des Klaviers mit dem rasenden Orchester synchronisierte.

Das Hauptwerk des Abo-Konzerts im Großen Sendesaal war ebenfalls von Bartók, sein „Konzert für Orchester“, das Dirigent Eschenbach mit kontrollierter Virtuosität als Bravourstück für die Radiophilharmonie anlegte – wobei sich das Orchester in überragender Form präsentierte. Bläser, Schlagwerk und überhaupt das Zusammenspiel hatten sinfonische Klasse. Die berühmten Léhar-Zitate kamen mit dem nötigen schlagenden Humor. Auf allzu harte Kontraste und Schärfung des Klanges, auf übertriebenes Auftrumpfen verzichtete Eschenbach, servierte das berühmte „Konzert“ als gesicherten Klassiker.

Eine Musizierhaltung, die auch der eröffnenden und selten bespielten Tondichtung von Franz Liszt galt: „Von der Wiege bis zum Grabe“ kam im Mittelteil („Der Kampf ums Dasein“) ohne Pathos und falsche Dramatik aus. Satter Applaus vor allem für die Bartók-Stücke.

Von Henning Queren

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