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Harry Valérien, der Sportjournalist und langjährige Moderator der ZDF-Sendung «Das aktuelle Sportstudio», ist tot.

Harry Valérien, der Sportjournalist und langjährige Moderator der ZDF-Sendung «Das aktuelle Sportstudio», ist tot. © Ulrich Perrey

Medien

Trauer um Harry Valérien - Ikone der Sportreportage

Die Sportwelt trauert um Harry Valérien: Der Mitbegründer und langjährige Moderator der ZDF-Sendung "Das aktuelle Sportstudio" starb am Freitag im Alter von 88 Jahren an Herzversagen.

Berlin. Als Reporter prägte der gebürtige Münchner Jahrzehnte den Sportjournalismus im deutschen Fernsehen. Moderatorenkollegen und Senderchefs würdigten Valérien als "Größe" und "Vorbild".

"Eine weitere sehr traurige Nachricht", schrieb Franz Beckenbauer beim Kurznachrichtendienst Twitter. "Mein väterlicher Freund Harry Valerien ist leider tot." Er habe viele gemeinsame Erlebnisse mit Valérien, "ich könnte ein Buch damit füllen". DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sprach von einem journalistischen Vorbild: "Er war ein überragender Reporter und wunderbarer Moderator, der den Sport und die Sportler in den Vordergrund gestellt hat. Und sich nicht selbst produziert hat." Moderator Günther Jauch, der jahrelang für die Sportredaktion des BR arbeitete und Valériens Nachfolger beim "Aktuellen Sportstudio" war, erklärte der dpa, Valérien habe gezeigt, wie Sport im Fernsehen kompetent und unterhaltsam zu vermitteln sei.

Valérien galt als Grandseigneur der Sportreportage. Nach Beginn seiner journalistischen Laufbahn an der Deutschen Journalistenschule 1946 arbeitete er beim "Münchner Merkur" und dem Bayerischen Rundfunk, bevor der zum ZDF ging, wo er beim Sportstudio zu großer Popularität gelangte.

283 Mal führte der Wintersport-Experte meist in seinem Markenzeichen - bunten, häufig gelben Pullovern - durch die Sendung. Mit großem Fachwissen, Neugier und Charme begeisterte er die Zuschauer. "Ich mach' keine Reportagen auf Kosten anderer, und auch bei Interviews soll keiner als Sieger oder Verlierer den Ring verlassen", lautete sein Motto. Der Sohn eines Pressefotografen erhielt zahlreiche Preise - darunter mehrmals den Bambi und die Goldene Kamera sowie 2004 den Ehrenpreis beim Bayerischen Fernsehpreis.

Von den Winterspielen 1952 in Oslo an berichtete er mit Ausnahme von 1956 bis in die 90er Jahre als Reporter, Interviewer und Kommentator von Olympia. Bei Sat.1 und Premiere stellt er in den 90er Jahren als Golf-Kommentator seine Vielseitigkeit unter Beweis. Noch bis ins hohe Alter verfolgte er an seinem Wohnort am Starnberger See, wo er mit seiner norwegischen Frau Randi lebte, Sportübertragungen. Das Paar hatte zwei Töchter - Tanja und Laila. Laila starb Anfang Februar 2007 an Krebs.

Für Sportmoderator Wolf-Dieter Poschmann war Valérien "ein Held". "Als ich dann beim ZDF mit ihm zusammenarbeiten durfte, habe ich mit ganz großem Respekt gemerkt, dass er an jedem Tag der Woche und mit allen Beteiligten daran gearbeitet hat, die Sendung noch perfekter zu machen", sagte er der dpa.

"Er war einer der ganz Großen im Sportjournalismus", sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut nach Angaben des Senders. Für ZDF-Chefredakteur Peter Frey war Valérien laut Mitteilung "neben Wim Thoelke und Hanns Joachim Friedrichs einer der legendären Gründerväter des ZDF-Sports". Dieter Kürten, Valériens ehemaliger Kollege, sagte laut ZDF: "Für Generationen von Journalisten in Funk und Fernsehen war Harry ein Idol. Er hatte immer einen festen Standpunkt, den er nie verließ." Auch BR-Intendant Ulrich Wilhelm betonte, Valérien sei Vorbild für eine ganze Generation von Reportern und Moderatoren gewesen. Der BR kündigte für Montagabend (21.45 Uhr) eine Sondersendung zu Valérien an.

Valériens Schwiegersohn Stefan Glowacz teilte der dpa mit, dass der Journalist bei einem Treffen mit ehemaligen Kollegen und Skirennläufern in Oberbayern war. "Auf der Rückfahrt zu seinem Wohnort am Starnberger See ist er dann im Auto eingeschlafen und an Herzversagen gestorben." Er habe als Mitfahrer mit seiner Frau und Bekannten im Wagen gesessen.

dpa


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