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SAUBERES T-SHIRT REICHT: Dirk von Lowtzow rockt gern gegen den Tod.

SAUBERES T-SHIRT REICHT: Dirk von Lowtzow rockt gern gegen den Tod.© Sebastian Mast

Konzert

Tocotronic rocken „Im Keller“

Geliebte und gehasste Indie-Rocker: Schöner Gig im Capitol.

Hannover. „Wie wir leben wollen“, so heißt das aktuelle Album der Hamburger Band Tocotronic.Der „Musikexpress“ spricht von einer „warmen Wucht“ und vergibt vier Sterne, während die Redaktion von „Laut.de“ die 17 Titel als „Oden für die Akademiker-Disko“ beschreibt.

Ob das Lob oder Tadel ist, liegt im Ohr des Hörers. Tocotronic, um ihren Bandenchef Dirk von Lowtzow, polarisieren. Seit inzwischen 20 Jahren. Kaum eine deutsche Kombo wird so gehasst und geliebt wie die Indie-Rocker. Dirk von Lowtzow, Gesang, Gitarre, Jan Müller, Bass und Arne Zank, Schlagzeug, gründeten ihre Band 1993. Seitdem ging es stetig aufwärts. Und lustig: Der erste Song im Capitol vor den knapp 1000 Fans heißt, typisch tronisch, „Im Keller“. Und schnell wird klar, ihr Auftritt jetzt ist kein Vergleich zum schwachen Gig beim hannoverschen Boot-Boo-Hook-Festival 2012.

Jetzt sind sie tight und fit, damals waren sie lahm und klein. Schön kurz sind die meisten ihrer Songs. „Drüben auf dem Hügel“ ist so einer. Kaum angespielt, schon vorbei. Gut so. Rick McPhail, der zweite Gitarrist, spielt auch das Keyboard, die Klang-Quantität wurde erweitert.

„20 Jahre Tocotronic, 20 Jahre der Freude und auch der Schmerzen“, lacht Dirk und weiß selbst, das kann gar nicht wahr sein. „This Boy Is Tocotronic“, ein Klassiker wie „Aber hier leben, nein danke“ - Tocotronic kommen in Fahrt, und in der Moshpit (Kreis, wo die Härtesten tanzen) geht es gut ab, die Fans feiern. „Das nächste Lied ist eine Utopie“, fordert von Lowtzow: „Abschaffen - ist gegen den Tod!“ Gute Idee, wenn auch vergeblich.

„Alles wird in Flammen stehen“ und „Die Revolte ist in mir“; Rick spielt mit Kippe, und Dirk ist albern. „Mach es nicht selbst“ und „Jackpot“ runden das gelungene Set ab. Die Fans locken sie gar zweimal zurück auf die Bühne. „Ich bin viel zu lange mit euch gegangen“ - heute nicht Dirk, heute nicht.

Bewertung: 4/5


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