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Kultur Tina-Turner-Show im Aegi
Nachrichten Kultur Tina-Turner-Show im Aegi
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00:18 20.04.2019
Täuschend echt: Dorothea „Coco“ Fletcher zeigt, warum Tina Turner einfach „Simply The Best“ ist. Tolle Show im Aegi. Quelle: Darmer
Hannover

Im November diesen Jahres wird Tina Turner 80 Jahre alt. Zeit also, den Weltstar zu feiern und zu ehren.

Die Show „Simply The Best – Die Tina Turner Story“ hat sich genau das vorgenommen, beleuchtet die Jahrzehnte in Tinas Karriere. Das Theater am Aegi ist ausverkauft, gut 1200 Zuschauer begeben sich auf eine Reise, die in den 1950er-Jahren beginnt und deren Nachhall noch immer zu spüren ist.

Doch zuerst blicken wir zurück in das Jahr 1970. Eine ZDF-Show beschäftigt sich mit dem Phänomen Ike & Tina Turner, widmet den Stars eine ganze Sendung. Auch damals und in Deutschland, mussten die beiden schwarzen Künstler Rassismus und Spott ertragen, das Ausnahmetalent der Turners wurde nur unter Vorbehalt anerkannt.

Tinas ikonischer, roter Fransenlook, die berauschenden Tänze, die wilde Performance; die schwarze Kultur ist vor allem eine Unterhaltung für ein weißes Publikum.

„Simply The Best“ ist dabei bestens besetzt: Als Tina erleben wir Dorothea „Coco“ Fletcher, sie hat nicht nur die Bewegungen ihres Idols gepachtet, sondern auch das Aussehen und die starke Stimme. Insgesamt ist es ein hervorragendes Ensemble, eine Live-Band mit Sängerinnen und Tänzerinnen.

Und mit Vasti Jackson an der Gitarre ist ein sensationeller Musiker mit im Kader, grammy-prämiert hatte er einst mit B. B. King zusammengearbeitet. Sie spielen bedeutende Blues- und Rock-’n’-Roll-Perlen wie „Rocket 88“ von 1951, für viele der erste Rock-’n’-Roll-Song überhaupt.

Und während die zwingende Musik-Historie abgearbeitet wird, hören wir die ersten Ike- und Tina-Kompositionen. Die Ikettes, die Back-up-Group des Duos, wird eingeführt, alte Filmaufnahmen belegen die Kindheitstage des Rock ’n’ Roll.

Ike Turner ist dabei der Super-Chauvie: „Ich beiße nicht, noch nicht!“, sagt er zu Tina. Es ist eine sexistische Männerwelt, ein Mix aus Gewalt und Drogen, dazu die ethnischen Probleme in den USA.

1978 folgt Tinas großer Zusammenbruch – Scheidung, Steuernachzahlungen, Tourabsagen, ihre Alben floppen, sie singt auf Disco-Parties. Doch das ist Geschichte, Tina gelingt ein Comeback mit Löwenmähne und Welthits: „What’s Love got to do with it?“, „We don’t need another Hero“ und besonders „Private Dancer“.

Das sind die Songs, die das Publikum auch hier und heute hören will. Die „Mad Max“-Verfilmung und „Golden Eye“, sie hat es geschafft. „River deep Mountain high“, wohl kaum ein Songtitel repräsentiert das Leben Tina Turners so kongenial. Außer vielleicht – „Simply The Best“. Und das ist hier die Meinung aller: Das Publikum applaudiert zu der gelungenen Tina-Turner-Story im Stehen.

Von Kai Schiering

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