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Live auf der Bühne: Jamie Lee Kriewitz.© Nancy Heusel

Konzert

"The voice": 2500 feiern Jamie Lee Kriewitz in Hannover

Ein schulmäßiges Gewusel herrscht rund um die Swiss Life Hall, und es hat nichts mit der benachbarten Jugendherberge zu tun. 2500 Voice-of-Germany-Fans sind in die Sporthalle gekommen, sie haben besten Blick auf die große Querbühne.

Hannover. Es läuft ein Countdown, nicht das einzige, was vom Fernsehen übernommen wurde. Dann die volle Lichthupe aus den Traversen, das schmerzt auf der Netzhaut, ein Raunen geht durch die Reihen. Die junge Jamie Lee Kriewitz ist die Gewinnerin der letzten Staffel, und ihr obliegt es die Show zu eröffnen: „Das ist eine krasse Ehre für mich, hier auf der Bühne zu stehen!“ ruft sie und singt ein gediegenes „Hello“ von Adele.

Es folgt der Aufmarsch Aller zu „Real Love“ mit „Get Lucky“-Anleihen von Daft Punk und Pharrell Williams. „Eine riesige Ehre...“, und so weiter, weiß auch Isabel Ment, die blonde Sängerin, zu berichten. Sie zupft ihre Gitarre und singt fein ein schönes „Hero“ von Family of the Year. Die überstrapazierten TV-Einspieler – the Voice, of Geermaaanyy – lassen einen automatischen zur unsichtbaren Fernbedienung greifen, doch Zappen geht jetzt nicht.

Denise Beiler, das Skunk Anansie, Sinéad O’Connor-Kurz-Haarmädchen, singt zusammen mit Dimi Rompos und Mützen-Michi. Das Show-Licht ist heute besonders muskulös, das können sie beim Fernsehen. Michi Bauereiß, eigentlich doch kürzlich noch ausgeschiedenes Voice-Talent, hat eine Chance als Wildcardgewinner bekommen. Er freut sich mit dabei zu sein und schafft es, das etwas lethargische Publikum zum Stehen zu animieren.

Alex Hartung, der bereits 2014 beim Casting war und nun als Special Guest wieder mit auf Tour ist, rappt Eminems „Lose Yourself“, das wird richtig laut für die ganz jungen und älteren Zuschauer. Ayke Witt, der Zweitplatzierte mit Bart, kommt mit Mark Forsters „Flash Mich“, nicht so richtig aus den Puschen, während Tiffany Kemp, die starke Sängerin aus Kaiserslautern, von Seifenblasen auf der Videowand umwabert wird. Ihre Ballade wird gut gefeiert, das mögen die Zuschauer besonders und stehen jetzt von alleine auf.

Jamie-Lee Kriewitz ist an diesem Abend nicht die beste Sängerin, sie hat aber sicher die meiste Persönlichkeit anzubieten. Ein hübscher Augen-Blick in einer wahren Hit-Revue der Chart-Musik. Mit unterschiedlich begabten Sängern und Sängerinnen. Auch für Tobias Vorwerk, der große Sänger mit der rauen Stimme, ist Musizieren das einzig Wahre und „für immer“. „Let’s Get It Started“ der Black Eyed Peas kommt funkig, „I Wanna Dance With Somebody“ von Whitney Houston mit dem ganzen 9-stimmigen Chor und komplett in weißer Kleidung. Jetzt sind die Boys dran - „Shut Up and Dance“.

Die Publikums-Stimmung zwischen den Songs ist dagegen unsportlich, fast wie zu Hause auf der Couch. Dabei gerät „Cry Me a River“ von Justin Timberlake, unerwartet gut und ist bislang die aufregendste Interpretation, kräftig und mitreißend. Ayke und Dimi singen aus dem Publikum heraus, Isabel präsentiert ihre eigene Single „In Reverse“. Sie hat eine E-Gitarre zur Beruhigung umhängen, ihre Stimme ist die unaufgeregteste an diesem Abend. Tobias singt „Are You Gonna Go My Way“ von Lenny Kravitz, zack, da stehen die Leute wieder. Wie bei „Give It Away“ der Red Hot Chili Peppers und „Lila Wolken“ von Marteria, die Fans schwenken ihre Arme und Smartphones.

Ein lustiger Gimmick: zusammen mit den Fantastischen 4 singen die acht Halbfinalisten ihren Party-Song „Name drauf“. Das kommt gut und synchron von der Leinwand, anschließend wird Jamie-Lee gebührend gewürdigt. Denn die 17-jährige Schülerin, ist ein „Gesamtkunstwerk“ (Michi Beck), und mit ihrem eigenen Song „Ghost“ am Start. Sie kommt aus Bennigsen, keine 20 Kilometer südlich von Hannover entfernt, und mit einer silbernen Krone auf dem Kopf, ganz wie die Freiheitsstatue. Nach der Vorstellung der exzellenten „The Voice Of Germany“-Live Band, verabschieden sich die jungen Sangeskünstler. Gut gemacht und gut gekracht, ein knappes Jahr haben sie jetzt Zeit, bis die nächste the Voice-Welle aufläuft.

Kai Schiering


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