Navigation:

PROBEN DEN AUFSTAND: Landerer & Company führen im Ballhof Eins am 18. und 19. Juni ihre Produktion „Revolte!“ auf.© Marcel Wogram

|
Festival

Tanzkongress ab Mitte Juni in Hannover

Kongresse richten sich gewöhnlich an Fachleute, das ist auch beim Tanzkongress so, dessen vierte Ausgabe vom 16. bis 19. Juni in Hannover mit mehr als 700 Fachbesuchern über die Bühne geht.

Hannover. Aber weil in diesem Fall die Experten zum größten Teil zugleich Künstler sind, die ihr Publikum suchen, ist ein wesentlicher Teil dieses Kongresses auch für die Öffentlichkeit bestimmt - Hannover wird so noch mehr zur Tanzstadt.

Was schon sehr schön bei der Eröffnung abgebildet wird. Der französische Choreograf Boris Charmatz hat eigens für Hannover unter dem Titel „Musee de la Danse: Common Choreographies“ ein dreiteiliges Programm entwickelt. Teil eins richtet sich direkt an hannoversche Tanzinteressenten und ist zum Mitmachen gedacht: Ein „Public Warm-up“ am 16. Juni ab 18 Uhr auf dem Opernplatz, Boris Charmatz persönlich leitet die Besucher an. Schwächelnde Fitness gilt nicht als Ausrede: „Es ist egal, in welcher physischen Verfassung man sich befindet“, behauptet jedenfalls Kongress-Leiterin Sabine Gehm.

Auch sonst gibt es viel zu erleben und bestaunen: 70 verschiedene Veranstaltungen - Vorträge, Workshops, Salons, Experimente - mit 200 Referenten und Künstlern richten sich vor allem an Tänzer, Choreografen und Wissenschaftler, zudem ist ein Tanzprogramm mit neun unterschiedlichen Produktionen im Angebot. Boris Charmatz beispielsweise lädt nach dem Warm-up am 16. Juni in der Staatsoper zu einem Spaziergang durch die Tanzgeschichte des vorigen Jahrhunderts: Bei „20 Dancers for the XX Century“ sind 20 Tänzerinnen und Tänzer der Staatsoper Hannover beteiligt. Anschließend kümmert sich Charmatz mit seinem 13-köpfigen Ensemble in „Manger (Dispersed)“ um einen ebenso alltäglichen wie unentbehrlichen Vorgang - das Essen.

Thematischer Schwerpunkt des Tanzkongresses ist der Begriff der „Zeitgenossenschaft“, der seit dem frühen 20. Jahrhundert auf den künstlerischen Wunsch und Willen hinweist, sich mit den Bedingungen der Gegenwart auseinanderzusetzen. Wie sehr das Phänomen auch Tanzkünstlerinnen und -künstler umtreibt, zeigt sich schon daran, dass nach einem Aufruf 220 Vorschläge für die Umsetzung dieses Themas eingingen. Damit beschäftigen sich auch die Produktionen im Tanzprogramm, etwa „Revolte!“ der Company von Felix Landerer, die am 18. und 19. Juni im Ballhof zu sehen ist. Gleiches gilt für die körperbetonte Tanz-Science-Fiction „Antes“ des brasilianischen Choreografen Guilherme Botelho, der mit seiner „Alias“-Truppe am 17. und 18. Juni in der Orangerie auftritt.

Veranstaltet und mit 800 000 Euro zum großen Teil finanziert wird der Tanzkongress von der Kulturstiftung des Bundes. Der Kongress ist seit 2010 ein „kultureller Leuchtturm“ der Kulturstiftung, in Hannover beteiligen sich Stadt und Land organisatorisch, logistisch und auch finanziell - die Landeshauptstadt mit 80 000, Niedersachsen mit 40 000 Euro.

INFO

Der erste Tanzkongress lief 2006 in Berlin, in Hannover steht die vierte Ausgabe an. Q?In Hannover gibt es eine womöglich wegweisende Neuerung: „Es ist das erste Mal, dass der Tanzkongress in einem etablierten Haus, in einem Staatstheater stattfindet“, stellt Ballettdirektor Jörg Mannes von der Staatsoper fest – ein ungewöhnlicher Schritt für Künstler aus der freien Szene: „Da wird Neuland betreten“, freut sich Mannes.

Auch Mannes feiert auf dem Tanzkongress eine Premiere: Er stellt am 17. Juni (19.30 Uhr) in der Staatsoper mit dem Ballett der Staatsoper das Stück „Der Besuch“ vor – inspiriert von Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“.

Zum Abschluss am 19. Juni (19.30 Uhr, Staatsoper) sind bei „Update – Neues von den deutschen Tanzbühnen“ elf Compagnien aus dem ganzen Bundesgebiet zu sehen – hier wird die ganze Vielfältigkeit der deutschen Tanzszene abgebildet.

Anmeldungen für den Tanzkongress sind noch bis zum 19. Mai möglich, der öffentliche Ticketvorverkauf ist bereits angelaufen.

www.tanzkongress.de


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Was halten Sie von einem Rauchverbot im Auto?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie