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Kultur Tanzendes Licht in der Staatsoper
Nachrichten Kultur Tanzendes Licht in der Staatsoper
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13:46 22.02.2018
Blaulicht: Michèle Stéphanie Seydoux bei einem Solo in „Lux“. Quelle: Weigelt
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Hannover

Schön, dass hier das Licht noch einmal angeknipst wurde: Ballettchef Jörg Mannes hat sein gut zehn Jahre altes Tanzstück „Lux – Live“ runderneuert, noch mehr unter Strom gesetzt und deutlich verlängert.

Das Gute ist noch besser geworden. Allein der Schlusspart lohnt schon den Besuch. Die Tänzer sind wie in einem Eisblock eingefroren, nur wie Schattenrisse hinter Milchglas erkennbar – und setzen die von sanft bis Lichtgeschwindigkeit reichende Musik von Giovanni Sollima („Violoncelles, vibrez!“) entsprechend vibrierend um: mit atemberaubenden Sprüngen und kraftvollen Figuren an der Grenze der Ausführbarkeit.

Um Licht geht es – und das führt zu tollen Bildern. Wenn sich vom Bühnenhimmel ein Meer von funzeligen Glühbirnen herabsenkt und einen schönen Pas de Deux sanft illuminiert. Oder eine gewaltige PAR (Parabolic Alumized Reflector)-Batterie mit ihrem starkgelben Leuchten exakt den auszufüllenden Tanzraum markiert.

Stärke und Kraft dominieren, aber es gibt auch die poetischen, ganz ruhigen Momente in dieser Dreiviertelstunden-Choreographie – die problemlos ohne eigentliches Handlungsgerüst auskommt.

Was auch für die erste Hälfte des Abends (unter dem zusammenfassenden Titel „Moving Lights“) gilt – ebenfalls ein älteres Stück, das die Wandlungsfähigkeit der hannoverschen Compagnie beweist. Der niederländische Starchoreograph Nils Christe hat seinen Klassiker „Fearful Symmetries“ einer Frischzellenkur unterzogen.

Die pulsierende Musik von John Adams wird in ein nicht minder energiereiches Spiel um mondrian-bunte Hocker umgesetzt – die Präzision der Tänzer bei der punktgenau auf die Musik gesetzten Bewegungsmuster ist super.

Das Staatsorchester kommt mit den vergleichsweise neuen Klängen gut zurecht. Riesenjubel auch für Dirigent Daniel Klein. Ein Abend, der in jeder Hinsicht lohnt.

Von Henning Queren

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