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GLEICH KNALLT ES: Die Luftballons schweben von der Decke ins Publikum. Manche haben sich vorher mit Sicherheitsnadeln ausgestattet.

GLEICH KNALLT ES: Die Luftballons schweben von der Decke ins Publikum. Manche haben sich vorher mit Sicherheitsnadeln ausgestattet.
© Queren/Heidrich

Luftballons in Hannovers Staatsoper

Superstart mit Neujahrskonzert

Tolle Musik, gute Stimmung: Mit einem prallen Programm startete die Staatsoper ins Neue Jahr.

Hannover. Das war sicherlich Hannovers stilvollste Knallerei zum Jahreswechsel. Hunderte von Luftballons rauschten vom Deckenhimmel herab und wurden von begeisterten Opernbesuchern zum Platzen gebracht: Das traditionelle Neujahrskonzert ging gleich zweimal im komplett ausverkauften Opernhaus über die Bühne.

Das Programm war ein echtes musikalisches Feuerwerk mit zahlreichen auch raren Stücken, die vor allem eins auszeichnete, sie machen immer gute Laune. Chefdramaturg Klaus Angermann umschrieb das Programm in seiner launigen Moderation so: Die einzelnen Tage des kommenden Jahres seien für das Neue „offene Türen“, also gebe es heute „Ouvertüren“.

Und das richtig viel und richtig gut. Den Start des prallen Zwei-Stunden-Konzertes markiert eine sturzflugschnelle „Diebische Elster“-Ouvertüre von Rossini. Danach ein freundliches Wiederhören mit der notorischen „Gräfin Mariza“, das macht auch mal wieder richtig Spaß. Die „Mariza“ ist übrigens die Operette von Emerich Kálmán, in der „Leidenschaft“ auf „Gulaschsaft“ gereimt wird.

Der Mix macht es. Man kommt hier weitgehend ohne das Übliche und Bekannte der Strauss-Dynastie aus, die „Blaue Donau“ bleibt hier in ihrem Flussbett. Dafür bringt der Mississippi Jerome Kerns „Show Boat“ mächtig auf Touren.

Stücke wie die riesige Bigband-Ouvertüre zu Meredith Wilsons „The Music Man“ mit reichlich Trillerpfeifen-Einsatz machen Hannovers Neujahrskonzerte sicher zu den interessantesten der Republik. Denn hier gibt es vergleichsweise rare Sachen wie die musikalische hochattraktive Ouvertüre zu „South Pacific“ von Richard Rogers. Innerlich mitsingen kann man dann bei „Annie get your Gun“ von Irving Berlin... There is no Business like Showbusiness...

Ein Gedanke, der auch den pfundigen Dirigenten Joseph R. Olefirowicz nicht ganz unberührt lässt, der seinen gesamten Resonanzkörper in ungedämpfte Schwingungen versetzt und zu „Gypsy“ von Jule Styne vor dem Orchester und dem Pult einen bärenstarken Tanz aufführt – und Szenenapplaus bekommt.

Klasse noch von Otto Nicolai „Die lustige Weiber von Windsor“, bei der der Moderator die Queen mit einrechnet. Als echte Entdeckung das zauberhafte „Cagliostro in Wien“ von Johann Strauss und das klein besetzte swingende „Very good Eddie“ von Jerome Kern.

Und dann – Klatschmarsch – der ebenso unvermeidbare wie tolle Radetzky-Marsch, bei dem der Dirigent den rhythmischen Fähigkeiten des Publikums mindestens die gleiche Aufmerksamkeit schenkt wie dem Orchester. Stehende Ovationen, Superstimmung und damit ein Superstart in 2018.

Von Henning Queren


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