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Kultur Staatsorchester mit Ivan Repušić im Opernhaus
Nachrichten Kultur Staatsorchester mit Ivan Repušić im Opernhaus
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16:21 24.09.2018
Alles unter Kontrolle: Ivan Repušić dirigiert Hannovers Staatsorchester. Quelle: Foto: SD
Hannover

Eine kleine Europa-Tournee an einem Abend: So kann man das erste Saisonkonzert des Niedersächsischen Staatsorchesters im Opernhaus zusammenfassen. Für Abwechslung war allemal gesorgt.

Der erste Teil gehörte den französischen Komponisten; dass Maurice Ravel bei seiner „Rapsodie espagnole“ ins Nachbarland herübergelinst hat, fällt mangels folkloristischer Klischees letztlich nicht ins Gewicht. Es gibt hier eine Menge Klangfarben, was dem Orchester unter dem Generalmusikdirektor Ivan Repušić üblicherweise besonders liegt – insofern etwas befremdlich, dass der Auftakt ein wenig akademisch daherkam. Schon im zweiten Satz nahm die Sache indes Fahrt auf, und im vehementen Finale ging die Post dann so richtig ab.

Auch das zweite Klavierkonzert von Camille Saint-Saëns hatte keinen 100-prozentig glücklichen Start: Wollte Solist Dejan Lazić da einen leicht geschmäcklerischen Umgang mit den Tempi pflegen? Der Verdacht erwies sich schnell als unbegründet, vielmehr wurde dieser Programmpunkt zum Höhepunkt des Abends.

Der kroatische Landsmann des Dirigenten bewies hohe Anschlagskultur, die punktgenauen Krafteinsatz, behendes Tupfen in höchsten wie tiefsten Lagen und vor allem einen organischen Wechsel zwischen beidem umfasste. Das klang mal elegant, mal neckisch, mal energisch und war fein mit dem Orchestersound abgestimmt: Extraklasse. Als Zugabe spielte Lazić einen frühen, stilistisch eigenwilligen „Fantastischen Tanz“ von Schostakowitsch.

Nach der Pause gab‘s bei zwei Tondichtungen reichlich Klangmalerei. Zunächst ließ das Orchester Ottorino Respighis „Römische Brunnen“ in verschiedenen Weisen sprudeln, dann ging es gleich mitten hinein in den „Don Juan“ von Richard Strauss. Das hatte oft sehr viel Wucht, umso krasser wirkte daher das abrupte Abreißen kurz vor Schluss – Drama im besten Sinn. Viel Beifall für ein süffiges Konzert, bei dem nicht zuletzt etliche Orchestermusiker besonders glänzen konnten.

Von Jörg Worat

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