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EIN MEISTERWERK: Pontormos „Heiliger Hieronymus als Büßer“ gilt als Hochkaräter des Manierismus in Florenz.

EIN MEISTERWERK: Pontormos „Heiliger Hieronymus als Büßer“ gilt als Hochkaräter des Manierismus in Florenz.

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Ausstellung

Spannendes Ausstellungsjahr im Landesmuseum

Das Niedersächsische Landesmuseum plant ein spannendes Ausstellungsjahr: Hannovers Nofretete und die Bahlsen-TET-Stadt, italienische Meisterwerke des Manierismus und die längste Ausgrabung Norddeutschlands mitsamt ihrem Goldschatz.

Hannover. Es war mitten im Ersten Weltkrieg, 1917, die Zukunft bröckelte - doch Hermann Bahlsen, der Keksfabrikant, und Bernhard Hoetger, der Künstler, planten den großen Wurf. Ein Stück ägyptisch inspirierte Metropolis, eine Fabrik mit Wohn- und Freizeitanlagen sollte an Hannovers Podbielskistraße entstehen. TET sollte sie heißen, nach dem ägyptischen Zeichen für Unendlichkeit. Der Tod Bahlens 1919 machte die Pläne zunichte, der TET ziert nur die Kekse.

„Tiefengrabungen im eigenen Bestand“ habe das Landesmuseumfür seine Ausstellungen 2013 unternommen, sagt seine Direktorin Katja Lembke. Dabei tauchten Geschichten wie die obige auf und dazu, jüngst schon in einem kleinem Buch von Lembke vorgestellt, „Hannovers Nofretete“: eine Büste, die Hoetger zwar als Abbild der Tänzerin Sent M’Ahesa, aber eindeutig im Stil der Nofretete schuf. Beeinflusst hatte ihn eine große Ägypten-Schau, die erste große Amara-Ausstellung 1913 in Berlin, auf der zwar nicht Nofretete, aber andere vielfältige Funde zu sehen waren. Von ihnen werden in der Ausstellung „Faszinination Nofretete. Bernhard Hoetger und Ägypten“ vom 26. April bis 25. August 80 bis 100 Skulpturen und Büsten den Arbeiten Hoetgers gegenübergestellt. Nicht alle original: Schon 1913 wurden von einigen Prunkstücken Kopien gegossen, in der Furcht, dass sie Ägypten kaum noch einmal verlassen würden.

Auch die erste Ausstellung des Jahres entstand aus der Sammlung: „Ein bislang zu wenig gewürdigter Schwerpunkt der Landesgalerie ist italienische Malerei von Zeitgenossen Michelangelos und Raffaels“, so Kurator Bastian Eclercy, „Pontormos ,Heiliger Hieronymus als Büßer‘ etwa könnte in jedem großen Museum der Welt hängen - und zwar zentral im Saal“. Die Schau „Pontormo. Meisterwerke des Manierismus in Florenz“ (27. Januar bis 5. Mai) präsentiert den großen Medici-Künstler erstmals im deutschsprachigen Raum; zahlreiche Arbeiten kommen aus Florenz. Zudem werden Vorskizzen sowie die Grundzeichnung des Gemäldes vorgestellt: „Man kann den Malprozess quasi über die Künstler-schulter verfolgen“, so Lembke.

Superlative verspricht die große Herbstschau: „Im Goldenen Schnitt - Niedersachsens längste Ausgrabung“ (23. August 2013 bis 2. März 2014) zeigt als Topstück den Goldschatz von Gessel, den größten in Deutschland befindlichen Goldfund der Bronzezeit. Ausgegraben wurde er - wie alle Funde und Dokumentationen der Schau - im Vorfeld des Erdgasleitungsbaus durch Niedersachsen - 200 Kilometer Grabungsstätte, vom Landesmuseum begleitet. Spannende Welten zeigten sich in diesen Funden, so Stefan Winghart, der als Präsident des Landesamtes für Denkmalspflege Kooperationspartner ist: „Man kann Handelsrouten nachvollziehen, die eine erstaunlich globalisierte bronzezeitliche Welt erkennen lassen - vom nordisch-baltischen Raum bis Ägypten.“


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