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Kultur Soundart im Kubus
Nachrichten Kultur Soundart im Kubus
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16:55 30.11.2018
Soundart: Ingo Schulz (links) und Heiko Wommelsdorf lassen es im Kubus mächtig rauschen. Quelle: Queren
Hannover

Hier bebt der Boden. Erst kaum wahrnehmbar, denn wird es beim Herumlaufen stärker, ein leichtes tieffrequentes Brummen untermalt das Kunstwerk mit dem seltsamen Titel „Wommelsdorf und Schulz zum Quadrat“, das im Kubus zu erleben ist.

Und es ist ein Rausch, genauer ein Rauschen, das die beiden Soundartisten Ingo Schulz und Heiko Wommelsdorf den Besuchern verpassen. Die beiden (HBK Braunschweig) arbeiten mit verschiedenem Rauschen, dem weißen, blauen, grauen oder rosa.

Die volle Dimension dieses Kunstwerks in der Reihe „Freispiel“ muss man sich erschreiten. Per diskreter Flachlautsprecher unter der hohen Decke hat das Künstlerduo den quadratischen Raum in verschiedene Rauschzustände unterteilt. Die Schallstrahler arbeiten extrem punktgenau und präzise, so dass Klänge sauber abgegrenzt wie hörbare Skulpturen im Raum stehen – und der Besucher sich wundert, woher der jeweilige Sound kommt.

Visuell wird der Raum durch eine rundum laufende Linie von Akustikdämmplatten gegliedert, die auch die Funktion haben, Reflexionen ein wenig abzumildern. Am besten erfährt man diese klingende Kunst mit geschlossenen Augen – man wandert durch eine Klanglandschaft und hört Körper aus Sound.

Rauschen, so die Künstler, ist allgegenwärtig – und wird normalerweise als Störung wahrgenommen. Im Weltall klingt als ewiges Echo des Urknalls eine Art kosmisches Hintergrundrauschen nach.

Und für den Kenner gibt es im Kubus sogar den Versuch, das eigentlich nicht existente „schwarze Rauschen“ hör- und erfahrbar zu manchen. In der zentralen Achse hängt eine anthrazit eingefärbte Schallfolie, die, wenn man richtig steht und in gewisser Entfernung genau hinhört, nur ein eigentümliches, zartes Knacken in den Raum stellt. Schwarzes Rauschen? Schulz: „Das ist eine Aufnahme von brechenden Eisschollen.“ Passt irgendwie.

Von Henning Queren

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