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SPIELEN GEFÄLLIG: Diese Maus kennt sich aus.

TIPPS

So kommen Spiele-Fans durch die Sommerferien

Für Spiele-Fans beginnt jetzt, kurz vor den Sommerferien, die besonders heiße Phase : Am Montag wird das Spiel des Jahres bekanntgegeben. Aber auch sonst ist die Auswahl interessanter Neuheiten groß. NP-Redakteur Stefan Gohlisch stellt einige vor. (Lesen Sie diesen Artikel auch in der akuellen Printausgabe (2. Juli) der NP.)

Für Familien: "Mmm!"

*  Was ist das? Der weltweit wichtigste Branchenpreis, das deutsche „Spiel des Jahres“, wird am Montag vergeben. Die Wiener Spiele-Akademie hat das österreichische Gegenstück bereits diese Woche gewählt. „Mmm!“ von Reiner Knizia ist das „Spiel der Spiele“ – das bei den deutschen Kollegen nicht einmal auf der Empfehlungsliste auftaucht. Hier plündern freche Mäuse gemeinsam die Speisekammer und müssen sich dabei vor der Hauskatze hüten.

*  Wie spielt es sich? Ein Spielbrett zeigt Lebensmittel, die mehrere Felder abdecken. Wer dran ist, wirft drei Symbol-Würfel. Mindestens einen Würfel muss man passend ablegen, die anderen darf man noch einmal werfen. Ist ein Lebensmittel komplett abgedeckt, wird es abtransportiert und alles ist gut. Kann der Spieler mal keinen Würfel ablegen (weil es keine entsprechenden freien Plätze mehr gibt oder weil es das böse rote „X“ gewürfelt hat), gibt es nicht nur nichts zum Essen – die Katze rückt auch auf ihrem Spielplan ein Feld vor. Betritt sie die Küche am Ende ihres Weges, haben alle Spieler gemeinsam verloren. Gemeinsam? Ja. Denn „Mmm!“ ist ein kooperatives Spiel. Da lohnt es sich – besonders bei Lebensmitteln, die mehr als drei Felder abdecken –, an die anderen zu denken und sich entsprechend vorzubereiten. Und über die besten Plätze lässt sich natürlich hervorragend diskutieren.

*  Was taugt es? Genau an diesem ständigen Diskussionsbedarf krankt das an sich sehr nette „Mmm!“, wie viele andere kooperative Spiele auch. Es mit Fünfjährigen zu spielen, wie es der Verlag vorsieht, ist ohnehin illusorisch. Aber auch ältere Kinder werden in der Regel von erwachsenen Mitspielern gnadenlos überstimmt. In reinen Erwachsenenrunden aber wird „Mmm!“ kaum auf den Tisch kommen. Dafür spielt es sich doch zu behäbig und wirkt zu kindlich. Es gibt einfach bessere Alternativen.HHH HH

* Reiner Knizia: „Mmm!“. Pegasus Spiele, für zwei bis vier Spieler ab fünf Jahren, etwa 20 Euro.

Für Kinder: "Chef Alfredo"

*  Was ist das? „Chef Alfredo“ ist ein wunderbarer Koch. Aus Karotten, Bohnen, Knoblauch, Möhren und Tomaten zaubert er die wunderbarsten Suppen – falls er in diesem schön chaotischen Merk- und Bluffspiel nicht mal wieder die Zutaten durcheinanderbringt.

*  Wie spielt es sich? Kennen Sie Meiern? Das Würfelspiel, bei dem es weniger darauf ankommt, was man gewürfelt hat, sondern welches Ergebnis man behauptet? Dann wissen Sie auch, worum es bei „Chef Alfredo“ geht. Auf dem Tisch liegt ein Spielbrett, das einen Herd zeigt. Darauf stehen vier hübsche Töpfe aus Holz, am Rand liegen die Zutaten in Form von Pappscheiben. Wer dran ist, würfelt. Ist das Ergebnis ein Bild von Alfredo, werden Töpfe getauscht. Zeigt der Würfel ein Lebensmittel, muss eine entsprechende Scheibe in den hoffentlich richtigen Topf. Der nächste Spieler kann das anzweifeln – da hilft es zu bluffen. Liegt er nämlich falsch, punktet man selbst.

*  Was taugt es? Bei Merkspielen gewinnen meist die Kinder. Die Möglichkeit zu bluffen erhöht die Chancengleichheit – und den Spaß. HHHHH

*  Michael Schacht: „Chef Alfredo“. Queen Games, für zwei bis vier Spieler ab fünf Jahren, etwa 35 Euro.

Für Spezialisten: "Mars Attacks"

*  Was ist das? Durchgeknallte Marsmenschen mit freiliegenden Hirnen unter kapselförmigen Helmen kämpfen gegen wackere US-amerikanische Soldaten. „Mars Attacks“ war noch in jedem Medium eine ironische Verbeugung vor der Pulp-Ära mit ihren irrwitzigen Science-Fiction-Geschichten. Jetzt gibt es ein Miniaturenspiel.

*  Wie spielt es sich? „Mars Attacks“ kommt als massiver Karton daher, der bis zum Rand gefüllt ist mit 40 schicken Kunststofffiguren, Geländeteilen, Würfeln und einem Regelheft, das unter anderem die Profilwerte der Miniaturen enthält, die zum Beispiel besagen, wie gut diese kämpfen können – man kennt das aus Tabletop-Strategiespielen. In der deutschen sogenannten „Deluxe“-Version gibt es außerdem eine Spielmatte – „Mars Attacks“ wird wie ein eher klassisches Brettspiel mit festen Feldern gespielt. Es ist also eine stark abgespeckte Version eines Tabletops.

*  Was taugt es? „Mars Attacks“ lebt von seinem flotten Tempo, den stimmigen Szenarien und dem Humor – die Helden sind wandelnde Klischees.HHHH H

*  „Mars Attacks – Miniaturenspiel. Heidelberger Spieleverlag/Mantic, für zwei Spieler ab zwölf Jahren, etwa 70 Euro.

Für Kenner: "Wie verhext"

*  Was ist das? 2008 war Andreas Pelikan mit seinem pfiffigen Kartenspiel „Wie verhext“ für das „Spiel des Jahres“ nominiert. Mit seinem neuen Co-Autor Alexander Pfister hat er es nun zu einem eigenständigen Brettspiel, „Broom Service“, aufgewertet – das könnte „Kennerspiel des Jahres“ werden.

*  Wie spielt es sich? „Broom Service“ ist wie schon „Wie verhext“ ein raffiniertes Stichspiel. Hier findet es allerdings auf verschiedenen Ebenen statt, zum Beispiel auf dem neu hinzugekommenen Spielplan. Diese zeigen eine märchenhafte Landschaft, auf der die Teilnehmer ihre Figuren in der Rolle von Hexen, Druiden, Feen und Sammlern bewegen. Man ist nämlich Chef eines Zaubertrank-Bringdiensts. Pro Runde wählt man aus zehn Personenkarten vier aus. Der Starspieler deckt seine Figur auf; alle anderen müssen wie im Stichspiel bedienen – und wählen, ob sie die Figur feige oder mutig ausspielen. Ersteres bedeutet: Die Aktion ist sicher, aber schwach. Letzteres bedeutet: Nur wer die Person als Letzter spielt, bekommt die Aktion – die ist aber mächtig. Man muss also bangen und die Mitspieler richtig einschätzen, damit der Plan aufgeht.

*  Was taugt es? „Broom Service“ ist ein spannendes, gehobenes Familienspiel. Die Einordnung als Kennerspiel kann aber irritieren.HHH HH

* Andreas Pelikan, Alexander Pfister: „Broom Service“. Alea/Ravensburger, für zwei bis fünf Spieler ab zehn Jahren, etwa 40 Euro.


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