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Der US-Regisseur Oliver Stone.

Der US-Regisseur Oliver Stone. © Warren Toda

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"Snowden"-Regisseur Stone schimpft über Hollywood

Oliver Stone holt zum Rundumschlag gegen Hollywood, die US-Politik und Präsident Obama aus. Dass manche seinen Film-Protagonisten Edward Snowden für einen Spion halten, findet er absurd.

München. In Kürze kommt Oliver Stones Film über den Whistleblower Edward Snowden in die Kinos - der Regisseur schimpft zu diesem Anlass auf Hollywood: Sein Film über Snowden sei sehr schwer zu finanzieren gewesen, sagte Stone dem "Focus".

"Kein Hollywood-Studio wollte das Thema anrühren, also da gab es schon eine Art Einschüchterung, Selbstzensur und Angst vor den Regierungsbehörden. Es war eine Schande."

Stone drehte "Snowden" schließlich in Deutschland, in den Münchner Bavaria Studios. "Ohne die deutsche und speziell bayerische Förderung hätten wir den Film nicht machen können." Stones Verfilmung über den Whistleblower Edward Snowden kommt am 22. September in die Kinos.

Zu Vorwürfen, bei Snowden handele es sich um einen russischen Spion, sagte Stone: "Wenn Ed ein Spion wäre, wäre er der beste Schauspieler, den ich je erlebt habe. Dann hätte er den Oscar verdient. Zumal er Russland laufend kritisiert."

Zur Situation seines Landes sagte der 69-jährige US-Regisseur der "Süddeutschen Zeitung": "Das ganze System ist am Arsch." Die US-Regierung führe mithilfe der Geheimdienste Krieg gegen die eigene Bevölkerung - das mache ihn wütend. "Die heutigen Geheimdienste haben gigantische Budgets, um die ganze Welt zu überwachen", sagte der dreifache Oscar-Preisträger. "Snowden hat uns dieses Problem vor die Haustür gebracht."

Die Menschen müssten sich wehren, forderte Stone. Das verstünden die Deutschen besser als die Amerikaner, weil sie aus den Kriegen im eigenen Land gelernt hätten. "Wir leben in einem Polizeistaat, man wird in Zuckerwatte erstickt und begraben", beklagte Stone. Angst machten ihm Bürokraten und Politiker - diese "Goebbels und Himmlers, die im System arbeiten".

Keine Ausnahme bildet ihn dabei der oberste Mann im Staat: Präsident Barack Obama sei "einer der effizientesten Manager dieser Überwachungswelt", sagte Stone bei der Vorstellung seines Films beim 41. Toronto International Film Festival. Obama habe die USA zum "teuersten und invasivsten Überwachungsstaat, der jemals existiert hat" gemacht. "Er hat das Geld, die Raketen, Satelliten bereitgestellt. Er hat diese Welt geschaffen."

dpa


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