Navigation:

GUT DRAUF IM CAPITOL: Uwe Hassbecker (links), Anna Loos und Jäcki Reznicek von Silly.© Irving Villegas

|
Konzert

Silly - Reise durch die Popgeschichte

Man wird ja wohl noch fragen dürfen. „Wo fang ich an? Wo hör ich auf?“, singt Anna Loos im Capitol: „Wo ist mein Mut, wenn ich ihn brauch?“ Wer nicht fragt, bleibt dumm. Silly, deren Sängerin die Schauspielerin Loos ist, haben sich schlaugemacht. Und sie haben sich Luft gemacht. Ihr neues Album „Wutfänger“, das auf dieser Tour vorgestellt wird, ist eine einzige Anklage an das neue Deutschland.

Hannover. Das ist keine Ostalgie-Show einer DDR-Gedächtnisband. Die alten Recken - Gitarrist Uwe Hassbecker, Bassist Jäcki Reznicek und Keyboarder Ritchie Barton - spielen sich druck- und kraftvoll durch ein Programm, das geschickt Altes mit Neuem mischt. Anna Loos, die 2006 das Erbe der verstorbenen Tamara Danz antrat, hat eine wirkungsvolle Rockstimme. Eine Pippi Langstrumpf (45) hopst herum und zeigt frohgemut den Stinkefinger. Das Publikum, 1200 eher arriviert wirkende Fans, ist sichtlich mit- und und hingerissen.

Silly haben sich mehrfach ge-häutet. Die Gruppe, zu DDR-Zeiten die wavigste und urbanste der großen Ost-Bands, hat zwischenzeitlich mit der Neuen Deutschen Härte geflirtet und ist inzwischen beim verträglichen Deutschpop der Julimond-sind-Helden-Prägung gelandet. Das orientalisch angehauchte „Vaterland“ und das wuchtige „Alles rot“ stechen ebenso heraus wie die 80er-Jahre-Klassiker „Mont Klamott“ und „Bataillon d’Amour“.

Das Konzert ist eine Zeitreise durch die unterschiedlichsten Stile der deutschen Popgeschichte. Das ist vielseitig, kann zwischendurch aber auch beliebig wirken. Wo hört das auf? Man wird ja wohl noch fragen dürfen.

Bewertung: 3/5


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Was halten Sie von einem Rauchverbot im Auto?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie