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GHETTO-JUNGE: Sido gestern Abend in der Swiss-Life-Hall. Foto: Heusel

GHETTO-JUNGE: Sido gestern Abend in der Swiss-Life-Hall. Foto: Heusel© NANCY HEUSEL

Konzert

Sido in Hannover: Jägermeister für die erste Reihe

Und jetzt alle böse: Sido bedient in der Swiss-Life-Hall in Hannover nicht nur den Mainstream.

Hannover. „Los, zünde deine Fackeln an und mach die Hände hoch für den Maskenmann!“ - heiß brennen die Pyros auf der Bühne in der Swiss-Life-Hall. Sido schlappt mit Sonnenbrille und Baseballcap an den Bühnenrand, die Chrom-Maske hat er längst abgelegt.

Irgendwo zwischen Ghetto und Spießer ist Sido jetzt gelandet, er ist älter geworden, aber „Für Ewig“ euer Rapper. Sido ist zurück in Hannover, endlich, denn sein Gig wurde vom Januar auf den November verlegt auf der „Liebe-Live-Tour“. Sido, der Künstlername steht für „super-intelligentes Drogenopfer“, ist seit einiger Zeit Vater mit Frau an seiner Seite. Und der Mann auf der Bühne ist nicht mehr ganz so „Ghetto“, wie er sich gern gibt. Der Junge von der Straße wird in ein paar Tagen 35, und er ist im Mainstream angekommen. Sein Nummer-eins-Hit „Astronaut“ mit Andreas Bourani ist bester Beweis. Doch für die Leute, „die ein bisschen was Altes wollen“, haut er natürlich Songs raus wie „Mama ist stolz“ oder „Schlechtes Vorbild“, oder seinen ersten Hit, „Mein Block“.

Mit dabei hat Sido zwei alte Kumpel, DJ Werd und DJ Desue, sie bedienen die Turntables. Das ist seine „Gang“; Sido spielt mit den Klischees der Szene, ist stolz aufs schlechte Image, schon flimmern die Warnungen über die Videoleinwand - wegen Sexismus, Drogen oder der miesen Sprache.

Jetzt kommt ein Butler auf die Bühne. Der serviert in der ersten Reihe Jägermeister und wirft Spielgeld ins Publikum: „Doch ich hab Geld, hab Flow, hab Spaß - und du musst immer noch Bahn fahren!“ Er macht sich übers Publikum lustig, um gleich darauf zu betonen, wie viel „Scheiß er gebaut hat“: „Aber egal. Amen, Alter.“ Das kommt an. Die Bühnenshow mit den Videoinstallation ist einwandfrei dicke Hose, bei „Mein Testament“ steht Sido über einem Grabstein. Einspieler mit Koch Alfons Schuhbeck vernichten dann die Coolness. Heute blickt Sido auf seine Karriere zurück, sein aktuelles Album heißt „VI“, und will eine Zwischenbilanz: „Wir kämpfen, bis wir irgendwann mal Pusteblumen sind - und wir warten auf den Wind!“ Ach ja, die Ghetto-Poesie. Die 2500 meist jungen Zuschauer verstehen, was gemeint ist, und wackeln wie die Wackel-Dackel. schie


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