Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Shakin’ Stevens im Aegi
Nachrichten Kultur Shakin’ Stevens im Aegi
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:41 12.02.2019
Gereift: Shakin’ Stevens (rechts) ist mit versierter Band auf Tour und rockt das Aegi. Quelle: Kutter
Hannover

Schon zum ersten Song „How could it be like that“ ist die Stimmung ausgewiesen gut: Shakin’ Stevens klatscht das ausverkaufte Theater am Aegi gleich in Rage. Er entschuldigt sich dafür, so lange nicht mehr in Hannover gewesen zu sein und verspricht, jetzt häufiger zu kommen.

„Give me your Heart tonight“ – dazu sind die Damen bereit. Sie sind in der Mehrzahl, doch „Shaky“ wird auch von Männern gemocht – er spielt Luftgitarre und herzt seinen Bassmann. Stevens ist ein guter Sänger, doch heute Abend liegt er oft unter dem Ton, es klingt nicht nur einmal schief. Vielleicht kann man es unter Rockabilly-Reibung verbuchen.

Der walisische Sänger war einst ein Teenie-Idol und ein erfolgreicher Elvis-Crooner der 80er Jahre. Vier Bravo-Ottos hat er damals kassiert. Michael Barratt, so sein bürgerlicher Name, ist nun 70 Jahre alt. Die Sounds der Fifties und Sixties haben es ihm noch immer angetan. Beim Balladen-Walzer „It’s raining“ reflektiert die LED-Leinwand die Theatralik des Textes – Blitze zucken über die Dioden, aus schwarzen Wolken fällt der Regen.

Stevens ist ein Cover-Sänger und einer, der die Beatles liebt – „Lady Madonna“ ist beschwingt wie das Original, wie auch „Got my Mind set on you“, das einst George Harrison gespielt hatte. Er hat auch nicht die einfachsten Lieder mit dabei, „Don’t lie to me“ etwa ist ein selten gespielter Song von Chuck Berry. Hier rollt die Band leidenschaftlich, Stevens tanzt und trippelt auf der Stelle, dabei ist er vorsichtig, 2010 erlitt er einen schweren Herzinfarkt, Ernst steht ihm ins Gesicht geschrieben. Und richtig lachen sieht man ihn auch selten.

Vielleicht hilft „I can help“, von Billy Swan (1974). Soft ist das, alle im Theater schunkeln. Beifall, erste stehende Ovation folgen. Bei „Have you ever seen the Rain?“ von CCR kommt Rock’n’Roll-Stimmung auf, die Fans stehen, jubeln. Endlich beim Überhit „Marie, Marie“ hören wir das typische Stevens-Vibrato. „Oh Julie“ von 1982, „Lipstick, Powder and Paint“ und natürlich „This ole House“ beenden den Abend. Mit richtig viel Beifall.

Von Kai Schiering

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Kultur 30 Konzert in diesem Jahr - Aufbruch in der Villa Seligmann

Neuer künstlerischer Leiter, mehr Programm: Eliah Sakakushev-von Bismarck setzt in der Villa Seligmann auf „Nachbarschaft“ und will ein jüngeres Publikum ziehen.

11.02.2019
Kultur Riverdance runderneuert in der Swiss Life Hall - „Heartbeat of Home“ in Hannover

Sie klackern wieder: Die Stepptanz-Show Riverdance gibt sich international und lässt sich auch von Schanghai inspirieren.

11.02.2019
Kultur Bilder aus Israel und Westjordanland - Kriegsschauplatz: Meinrad Schades Fotos in der GaF

„Krieg ohne Krieg“ heißt das Foto-Langzeitprojekt. Die Ergebnisse präsentiert die Galerie für Fotografie Gaf.

11.02.2019