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ENDO TANZT: Weitere Aufführungen am 27., 28. Oktober.

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Tanz

Schmerzvoll: Endo tanzt „Fukushima“

Ein Gewand liegt am Boden, Relikt eines Menschen, der nicht mehr da ist. Fast zärtlich ergreift Tadashi Endo einen Zipfel, schlüpft behutsam halb hinein, erfüllt es mit Leben.

Hannover. Kann man das Grauen, das Entsetzen, den Schmerz tanzen? „Fukushima mon amour“ hat der in Göttingen lebende Butoh-Tänzer seine jüngste Produktion genannt, die jetzt in der Theaterwerkstatt Hannover Premiere hatte. Und wohl nur im Butoh-Tanz kann man das Leid in Bilder von solch stiller Schönheit auflösen, ohne Vehemenz zu nehmen.

Im Anzug tritt er im ersten Teil an, Wellengeräusche, Kinderlachen. Dunkle Wolken huschen dann über die Bucht, Endo sinkt mal zu Boden, bäumt sich wieder auf. Einmal steht er an der Wand, die Bühne im Dunkel versunken, ein jäher Blitz – und während er verschwindet, bleibt als weißer Schatten der Abdruck seiner Gestalt mit erhobenen Händen an der dunklen Wand zurück.

Als er wiederkehrt, trägt er nur den traditionellen Lendenschurz, doch sein Körper ist nicht traditionell weiß geschminkt. Zerbrechlich wirkt er so, entblößt. Die Worte von Robert Oppenheimer laufen als Projektion über ihm, das Zitat aus der Bagavad Ghita: „Now I am become death“, ich bin der Tod geworden.

In „Fukushima mon amour“ lässt Endo den Schrecken nuklearer Katastrophen anklingen – und den Versuch, ihn zu überwinden. In der letzten Sequenz nimmt er nicht nur das Kleidungsstück auf, sondern auch eine Gestalt, die lange reglos am Boden lag. Es ist ein Kind mit einem Plüsch-Reh. Kirschblüten erscheinen auf der Projektion, das Leben traut sich noch einmal.

Bewertung: 5/5


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