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Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (r) stellt die neuen Ko-Intendanten Sasha Waltz und Johannes Öhmann vor.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (r) stellt die neuen Ko-Intendanten Sasha Waltz und Johannes Öhmann vor. © Wolfgang Kumm

Theater

Sasha Waltz wird Ko-Intendantin des Staatsballetts Berlin

Immer wieder wurde sie für den Posten genannt - jetzt hat es Sascha Waltz geschafft: Ab 2019 wird sie Ko-Intendantin des Berliner Staatsballetts.

Berlin. Die Choreographin Sasha Waltz wird Ko-Intendantin des Staatsballetts Berlin. Die 53-Jährige übernimmt im Sommer 2019 gemeinsam mit dem Direktor des Royal Swedish Ballet, Johannes Öhman (geboren 1967), die Nachfolge des Spaniers Nacho Duato, dessen Vertrag dann ausläuft.

Waltz und Öhman sollen die ganze Spannbreite des Balletts entwickeln - von Klassik bis zum zeitgenössischen Tanz, sagte Berlins Regierender Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller (SPD) am Mittwoch. Waltz feiert mit ihrer eigenen Compagnie "Sasha Waltz & Guests" immer wieder große Erfolge.

Neben der Arbeit am Staatsballett will Waltz ihre Compagnie weiter als autonome Einheit führen. Für ihre zunächst auf fünf Jahre angelegte Ko-Intendanz sei vereinbart, dass sie jährlich ein Stück aus ihrem Repertoire an das Staatsballett übergebe, sagte sie. Zudem werde sie insgesamt mindestens drei Neuproduktionen am Haus herausbringen.

Nach Angaben von Müller hat Duato in Gesprächen selbst angekündigt, sich nach Auslaufen seiner fünfjährigen Amtszeit 2019 anderen Aufgaben widmen zu wollen. Der Spanier war schon bei seiner Ernennung im Jahr 2013 mit Kritik konfrontiert worden, unter anderem weil er Gastchoreograph beim St.-Petersburger Michailowsky-Theater blieb. Kritiker warfen ihm Desinteresse sowie eine anspruchslose und betuliche Tanzregie vor.

Waltz machte deutlich, dass die Idee der Doppelspitze von ihr stammt. Sie habe Öhman nach einer zweimaligen konstruktiven Zusammenarbeit angefragt, ob er sich ein solches Modell vorstellen könne. "Ich bin froh, dass ich nicht allein bin, weil mein Schwerpunkt weiter die Kunst bleibt", sagte sie. "Sasha Waltz und ich glauben beide an diese Konstruktion", erklärte Öhman.

Er soll in dem Duo vornehmlich die geschäftsführenden Aufgaben übernehmen, die künstlerische Verantwortung tragen beide laut Waltz gemeinsam. Künftig soll das Programm jeweils zur Hälfte aus klassischem und aus zeitgenössischem Tanz bestehen, ein Abbau der derzeit 89 Tänzerstellen sei nicht geplant, betonte Öhman. "Es wird eine Compagnie mit mehreren verschiedenen Kompetenzen sein."

Waltz war schon 2013 als mögliche Leiterin des Staatsballetts im Gespräch. Der damalige Regierende Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit (SPD) entschied sich aber dann für Duato als alleinigen Nachfolger von Vladimir Malakhov an der Spitze des Hauses. Zu ihrer Berufung jetzt sagte sie: "Das ist für mich ein besonderer Moment, weil mich mit Berlin sehr viel verbindet."

Bei seinem Antritt hatte sich Duato für eine Zusammenarbeit mit Waltz offen erklärt, eine Kooperation kam aber nie zustande. Waltz inszeniert immer wieder an Berliner Opernhäusern, zuletzt Richard Wagners "Tannhäuser" an Daniel Barenboims Staatsoper.

Duato, der von 1990 bis 2010 Leiter des spanischen Nationalballetts war, versucht zur Zeit ein eigenes Repertoire aufzubauen, in der vergangenen Spielzeit brachte er drei Neuproduktionen heraus. Die Auslastung lag bei durchschnittlich 77 Prozent. Für Spannungen sorgte, dass sich Duato hinter das Ensemble bei einer Streikwelle für einen Tarifvertrag stellte.

Waltz hatte zeitweilig mit einem Weggang ihrer Compagnie aus Berlin gedroht. Wowereit und sein damaliger Kulturstaatssekretär André Schmitz hatten ihre Forderung nach höheren Subventionen abgelehnt. Unter diesen Bedingungen sei eine Arbeit in Berlin nicht möglich, hatte Waltz erklärt.

Unterdessen forderten die Grünen, dass das Staatsballett Berlin innerhalb der Opernstiftung eine eigenständige Säule bleibt. Berlin brauche ein eigenes Haus für den Tanz mit einer großen Bühne für Produktionen aus der Freien Szene, erklärte die kulturpolitische Sprecherin Sabine Bangert.

dpa


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