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MAG DIE GRENZSITUATIONEN: Sandra Lüpkes liest heute 
in Hannover in der Apostelkirche.

MAG DIE GRENZSITUATIONEN: Sandra Lüpkes liest heute
in Hannover in der Apostelkirche.© Sarah Koska

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Interview

Sandra Lüpkes: „Im Krimi geht es ums Ganze“

Erfolg mit Inselkrimis: Seit Autorin Sandra Lüpkes ihre Kommissarin als Profilerin zum LKA Hannover befördert hat, steht sie auf den Bestseller-Listen. Heute liest sie in Hannover. Im NP-Interview erzählt sie von Island und der Premiere von „Götterfall“.

Sie haben auf Juist gewohnt, jetzt in Münster, Ihre Krimis sind aber in Hannover angesiedelt - wieso?

Ich habe auch in Hannover gelebt, drei Jahre lang nach dem Abitur. Die Hannoveraner sind mir sehr sympathisch, sie sind sachlich, geradeaus, nicht verschroben - wie ihre sprichwörtliche klare Sprache. Ich bin der Liebe wegen nach Münster gezogen. Es ist schön hier, aber Hannover hat mehr Szene.

Deshalb lässt es sich in Hannover besser morden?

Meine Heldin Wencke Tydmers wurde befördert, da ist logisch, dass sie zum LKA Hannover geht. Ich habe gute Bekannte in Hannover, auch beim LKA. Meine Krimis sind aber auch keine Regionalkrimis, keine Hannover-Krimis im direkten Sinn, sondern folgen Themen.

Sie haben Freunde beim LKA?

Das hat sich durch das Krimi-Schreiben erschlossen. Ein Mitarbeiter aus dem Innenministerium fragte mich bei einer Lesung, ob ich eine spannende Frau kennenlernen wollte, eine Profilerin - weil Wencke Profilerin ist. Allerdings: Die echte Profilerin würde sich nie so nennen, das ist ein Medienbegriff. Sie ist Kriminalpsychologin.

Was mögen Sie am Krimi-Schreiben?

Bei mir ist ja nur jedes zweite Buch ein Krimi. Was ich daran mag, sind die starken Konflikte darin. Figuren, die an den Rand dessen, was sie ertragen können, geführt werden. Dass es ums Ganze geht. Wobei es nicht blutrünstig sein muss. Auch bei Themen wie Pädophilie, Rockerbanden oder Ehrenmord habe ich zugesehen, dass ich nicht voyeuristisch vorgehe, sondern schaue: Was steckt dahinter? Und wie gehen wir damit um?

Sie verwickeln Wencke oft persönlich in den Fall - wieso?

Meine Kriminalromane bilden nie wirkliche Polizeiarbeit ab - das wäre langweilig. Dass jemand sich so dermaßen engagiert wie Wencke, ist eher unrealistisch. Deswegen braucht sie einen persönlichen Bezug. Bei „Götterfall“ geht es um den ersten Mord, den sie mitbekam.

Und um Island?

Ausgangspunkt war diesmal kein Thema, sondern eine Figur: Silvie Hüffart, eine Frau in Wenckes Alter, die mit einem alten Politiker verheiratet ist und dessen politisches Vermächtnis verwaltet. Das fand ich spannend. Da gibt es mehrere Vorbilder, nicht nur Kohl oder Scheel. Hinzu kam die Idee, etwas über Island zu machen, weil meine Hochzeitsreise dorthin mich begeistert hat. Und die schönen nordgermanischen Sagen.

Jedes zweite Buch ist kein Krimi - warum?

Es könnte zur Routine werden, ich könnte es leid werden. Deshalb habe ich Heiteres geschrieben und Sachbücher.

Über das Verlassen und über die zweite Ehe. An Ihrer Biografie entlang?

Nur inspiriert dadurch. Ich habe mir andere Menschen in der entsprechenden Situation gesucht und die Fragen gestellt, die mich beschäftigten. Warum etwa die Scheidungsrate bei zweiten Ehen höher ist - obwohl man doch mehr Erfahrung hat.

Und Ihr nächstes Buch?

Erscheint Ende Oktober. Ein Sachbuch mit dem Titel „Woran erkennt man ein Arschloch?“.

Oh!

Das sagen alle (lacht). Es ist ein Ratgeber, den ich gemeinsam mit der LKA-Psychologin verfasst habe. Mehr verrate ich noch nicht. Jetzt stellt ich erst mal das neue Krimi-Baby der Öffentlichkeit vor. Da fühle ich mich ein bisschen so wie Kate, wenn sie ihren kleinen Prinzen präsentiert - im kleineren Rahmen natürlich.

Premierenlesung heute, 19.30 Uhr, Apostelkirche, veranstaltet von Leuenhagen & Paris.

NP-VISITENKARTE

Sandra Lüpkes

Geboren 1971 in Göttingen. Wohnsitz: Münster. Nach der Schule machte sie eine klassische Gesangsausbildung unter anderem in Hannover und singt jetzt Rock, Pop und Jazz in zwei Chanson-Duos. 1992: Ausbildung zur Schauwerbegestalterin in Hannover. Danach lebte sie lange auf Juist, 2001 erschien ihr erster Inselkrimi „Die Sanddornkönigin“. Auch ihre Krimis um die Kommissarin Wencke Tydmer spielten auf den Nordseeinseln, bis sie in „Todesbraut“ 2010 als Profilerin ans LKA Hannover wechselt. Sandra Lübkes ist mit Jürgen Kehrer verheiratet, Autor von „Wilsberg“.


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