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Sein Ziel: Sam Smith will mit den anderen Bond-Songs mithalten.

Sein Ziel: Sam Smith will mit den anderen Bond-Songs mithalten. © Britta Pedersen

Musik

Sam Smith stellt gefühlsbetonten Bond-Song vor

Er hat klassische Bond-Elemente und einen Interpreten, der zur Zeit eigentlich nichts falsch machen kann. Aber wo der neue Bond-Song "Writing's On The Wall" abweicht von der Formel, spaltet er.

London. Selbst wenn man nicht wüsste, das Sam Smiths "Writing's On The Wall" ein Bond-Song ist, man könnte es erahne.

Die dramatischen Streicher, dazu die Klavierlinie - das sind klassische Versatzstücke des Bond-Sounds, die der Sänger ("Stay With Me") im Titelsong zum neuen Bond-Film "Spectre" verwendet. Textlich aber grenzt sich der vierfache Grammy-Gewinner klar von anderen Bond-Songs ab.

Der Song ist am Freitag veröffentlicht worden, der Film mit Daniel Craig in der Hauptrolle kommt ab 26. Oktober in die britischen und ab Anfang November in die deutschen Kinos.

Wo Titel wie Chris Cornells "You Know My Name" oder "Another Way to Die" von Jack White und Alicia Keyes sich thematisch eng an die Vorlage hielten und sich mit dem Bond-Thema "Leben und sterben lassen" beschäftigten, schlägt Smith eine andere Richtung ein. "How do I breathe", haucht der Sänger, wie soll ich atmen, "when you're not here I'm suffocating" - wenn du nicht hier bist, ersticke ich. Und auch wenn die Streicher den ganzen Song hindurch auf ein bombastisches Finale hinzustreben scheinen, wird diese Erwartung enttäuscht.

Weniger macho also, mehr Gefühl - kann das ein guter Bond-Song sein? Die Meinungen sind geteilt: Ex-Bond Roger Moore nannte den Song "sehr eindringlich und wundervoll instrumentiert". Der britische Schauspieler und Comedian Omid Djalili, der eine Nebenrolle in "Die Welt ist nicht genug" hatte, sagte: "Wen dieser Song nicht bewegt, der hat keinen Puls."

Andere waren weniger enthusiastisch. "Man braucht eine hohe Toleranzschwelle für Falsett, um sich das ganze Ding anzuhören", kommentierte der "Guardian" trocken in seiner Rezension und spielte damit auf Smiths typischen Stimmlage an. Colin Paterson, Unterhaltungs-Experte der BBC, sagte, Smiths Versuch sei "gut genug, aber kein Klassiker." In den Sozialen Netzwerken fielen die Kommentare ebenfalls gemischt aus: Von "Jetzt schon süchtig" bis "Reißt mich nicht vom Hocker". I

Sam Smith selbst will nicht vom ganz großen Erfolg sprechen. "Ich glaube nicht, dass das ein Nummer-Eins-freundliches Lied ist", sagte der 23-Jährige am Freitag im BBC Radio 1, bevor "Writing's On The Wall" zum ersten Mal zu hören war.

Auch im Radio Capital FM gab er sich bescheiden: "Ich freu mich, dass die Leute es hören können, und hoffe, dass es dem Film und dem Vermächtnis gerecht wird", sagte der vierfache Grammy-Gewinner ("Stay With Me").

Dass Smith es nicht einfach haben würde, war indes abzusehen. Erwartungen an die Bond-Songs sind immer hoch, und "Skyfall", das Lied von Smiths Vorgängerin Adele, war eines der erfolgreichsten seit langem: "Skyfall" kletterte in vielen Ländern ganz nach oben in den Charts und gewann zahlreiche Preise, unter anderem einen Oscar und einen Grammy.

dpa


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