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Meisterkomponist: Hannover ehrt Wolfgang Rihm.

Meisterkomponist: Hannover ehrt Wolfgang Rihm.
© imago/Gustavo Alabiso

Wolfgang Rihm bei den „Klangbrücken“

Sadomaso-Konzert für Cello

„Styx und Lethe“ gabs in Staatsoper, das Konzert von Wolfgang Rihm gehört zu den Highlights bei den diesjährigen „Klangbrücken“.

Hannover. Das hat Wolfgang Rihm natürlich nicht ganz ernst gemeint, dass man für sein Konzert „Styx und Lethe“ eine „sadomasochistische Konstitution“ brauche. Aber so ganz von der Hand zu weisen ist das nun auch nicht, wenn man sich das Halbstunden-Opus in der Staatsoper anhört – aufgeführt bei den „Klangbrücken“, dem verdienstvollen Festival, das in jedem Jahr einem anderen Zeitgenossen gewidmet ist. Diesmal dem erfolgreichsten deutschen Gegenwartskomponisten, der rund um die Welt geschätzt wird.

Eben auch für solche Kraftakte wie den für Cello und Orchester, den nur wenige draufhaben und der hier mit unglaublichem Einsatz von Lucas Fels bewältigt wird – ein Konzert im Dauerstress, es schrabbelt und brummt ohne Unterlass mit spieltechnischen Höchstanforderungen.

Die auch das in Superform spielende Staatsorchester zu bewältigen hat, als es unter Dirigent Emilio Pomárico die vergleichsweise junge „Verwandlung“ von 2014 spielt: Rihm zeigt hier seine große Klasse durch die überzeugende Beschwörung zeitgemäßer Spätromantik – mit süffigen Streicherflächen und filmmusikreifem Schlagwerkeinsatz.

Und dass auch in der Neuen Musik nicht alles ernst und hehr klingen muss, beweisen die abschließenden „Drei Walzer für Orchester“, die teils an die hintergründig-heiteren Sachen von Schostakowitsch oder Prokofjew erinnern. Musikalische Moderne kann auch verdammt viel Spaß machen. Das Publikum feiert Dirigent und Orchester ab.


Von Henning Queren


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