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17:00 13.03.2019
Ganz oben: Roland Kaiser hat ein neues Album und kommt außerdem 2020 (3. April, der Vorverkauf hat begonnen) nach Hannover. Quelle: dpa
Berlin

Mit Gassenhauern wie „Sieben Fässer Wein“, „Santa Maria“ oder „Joana“ sang sich Roland Kaiser in den 70er und 80er Jahren in die Herzen der Schlagerfans. Aktuell begeistert er mit seinem Schlagerpop auch viele junge Leute. Jetzt veröffentlicht der Sänger, der auf seinen Konzerten galant mit Anzug, Weste und Krawatte auftritt, sein 27. Studioalbum „Alles oder Dich“.

Darauf verbindet der als Ronald Keiler in Berlin geborene Musiker altbewährte Schlagertexte mit modernem Popsound, E-Gitarren und Tanzbeats. Für ihn gebe es keine klare Trennlinie zwischen Pop und Schlager. „Wir versuchen ja alle, eine Mehrheitsfähigkeit bei den Menschen zu erlangen. Ob ich jetzt Giesinger heiße oder Kaiser“, sagte der 66-Jährige im dpa-Gespräch.

Dass der neue Kaiser glaubhaft und nicht gewollt modern daherkommt, zeigt sein Erfolg. Mit seinem Album „Auf den Kopf gestellt“ landete er 2016 auf dem zweiten Platz der Charts, das Video zum Duett „Warum hast du nicht nein gesagt“ mit Maite Kelly wurde bei YouTube knapp 100 Millionen Mal angeklickt. „Ich kann, muss aber nicht. Das entspannt“, erläutert der Hobbypilot seinen andauernden Erfolg.

Unverkennbar: Der Schlagerstar verschließt sich Einflüssen junger Musiker nicht und hört mit Tochter auf Autofahrten auch mal US-Rap. „Ich muss das nicht alles mögen, aber will akzeptieren, dass es für junge Leute von Relevanz ist.“ Deutsche Künstler wie Mark Forster, Max Giesinger und Revolverheld halte er für die neue Generation, die noch lange im Geschäft bleibe.

Auf dem Titelsong „Alles oder Dich“ lässt sich Kaiser von Adeles oscar-prämierter James-Bond-Hymne „Skyfall“ inspirieren. Untermalt von Streichern und Klavier singt er dramatisch: „Auch wenn ich’s mir nicht eingesteh, brauch ich alles oder dich.“ Er habe alle Bond-Filme zu Hause, erklärt der 007-Fan. „Ein großes Spielzeug für große Männer.“

Für „Niemand“ holte sich Kaiser Barbara Schöneberger ins Studio: „Sie ist eine wunderbare Entertainerin und außerdem eine großartige Frau.“ Der schräge Text handelt von einem imaginären Freund und erinnert an die Schwarz-Weiß-Komödie „Mein Freund Harvey“.

Gesellschaftspolitisch bezieht das langjährige SPD-Mitglied gegen das Erstarken rechtspopulistischer Parteien in Europa Stellung in dem von Rosenstolz-Sänger Peter Plate komponierten Stück „Liebe kann uns retten“. Darin singt Kaiser: „Immer wieder glaub ich daran, dass auch das Gute gewinnen kann. Der stete Tropfen höhlt den Stein, und bald werden wir ganz viele sein.“

Woher nimmt er seinen Optimismus? „Ich setze auf die Vernunft der Menschen, in allen Bereichen.“ Ohnehin sei er schon immer optimistisch gewesen. Auch nach seiner Lungentransplantation 2011 und einer längeren Pause gab Kaiser nicht auf.

Nach seiner derzeitigen Arena-Tour tritt der 66-Jährige dann im „Sommer Open Air“ auf. Zu seinen legendären Auftritten am Dresdner Elbufer („Kaisermania“) werden 50 000 Fans erwartet. Die vier Abende waren nach wenigen Minuten ausverkauft. „Das sind Dimensionen, die man sich vorher nicht vorstellen konnte. Vor allem nicht in meinem Alter.“

Kommenden Sonntag (17.3.) ist Roland Kaiser in der Tui-Arena (ab 18 Uhr). Tickets 44,90 bis 84,90 Euro in den NP-Ticketshops.

Von Thomas Bremser

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