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ORIGINAL: Diese Pioneraxt, präsentiert  von Archäologin Petra Lönne, wird in Braunschweig  gezeigt.

ORIGINAL: Diese Pioneraxt, präsentiert von Archäologin Petra Lönne, wird in Braunschweig gezeigt.© Julian Stratenschulte

Ausstellung

Römer-Schau in Braunschweig

Vergessene Germanen. Niedersachsens Landesausstellung 2013 steigt in Braunschweig.

Braunschweig. Mit Originalfunden, Leihgaben aus acht Ländern und moderner Technik will das Braunschweigische Landesmuseum die Geschichte der römisch-germanischen Beziehungen im 3. Jahrhundert erzählen - und verspricht den Besuchern einige Überraschungen. Braunschweig stellt damit Niedersachsens Landesausstellung für 2013. In 2014 wird sie aus Hannover kommen - mit der großen Ausstellung zur Personalunion „Als die Royals aus Hannover kamen...“

Selbst ausgewiesene Kenner der römisch-germanischen Beziehungen müssen es zugeben - durch die archäologischen Funde am Harzhorn bei Northeim muss ein Stück Geschichte neu geschrieben werden. Das durch Zufall im Jahr 2008 am Harzrand entdeckte Schlachtfeld beweist, dass auch gut 200 Jahre nach der berühmten Varus-Schlacht im Teutoburger Wald noch ein riesiges römisches Heer weit nach Germanien vordrang.

Eine wissenschaftliche Sensation, die im Braunschweigischen Landesmuseum mit der Ausstellung „Roms vergessener Feldzug - Germaniens verlorene Schlacht am Harzhorn“ ab September (Eröffnungsdatum steht noch nicht fest) gewürdigt werden soll. Es wird eine der großen Landesausstellungen, die das Land seit 1979 in unregelmäßigen Abständen zu besonderen Anlässen finanziert.

Erstmals sollen die Originalfunde öffentlich gezeigt werden. Doch das ist nicht alles: „Wir werden zudem mehr als 60 Leihgaben aus acht europäischen Ländern präsentieren“, kündigte Museumsdirektorin Heike Pöppelmann gestern an. 600 bis 800 Exponate sollen gezeigt werden. Die 1,8 Millionen Euro Kosten tragen Land und die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.

Neben der Schlacht wollen die Ausstellungsmacher auch das Alltagsleben der römischen und germanischen Soldaten beleuchten. Die Voraussetzungen dafür scheinen gut zu sein: „Es ist wie ein Stück eingefrorene Geschichte“, beschrieb Bezirksarchäologe Michael Geschwinde die Grabungsstelle.

Um auch den Besuchern die Zeit um 230 n. Chr. anschaulich näherzubringen, will das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Landschaft am Harzhorn dreidimensional nachbauen. Das Modell soll dann als Leinwand dienen und die Besucher quasi aus der Perspektive eines römischen Soldaten auf einem Pferdewagen mit in die Schlacht nehmen. Historikerin Pöppelmann ist von den Römern begeistert: „Das muss man sich mal vorstellen, da sind 10000 römische Soldaten durch Germanien gezogen, da gab es keine Straßen und keine Städte.“ Wie war die Armee ausgerüstet und wie organisiert? Wie wurde die Ernährung sichergestellt? Auch die Frage, was zu dem Jahrhunderte andauernden Konflikt zwischen Römern und Germanen führte, soll beantwortet werden.

Die alten Germanen kommen jedenfalls gut dabei weg. „Das Bild von den wilden, germanischen Horden muss korrigiert werden“, so Pöppelmann. Kein einfaches Unterfangen, gibt es doch bekanntlich keine Schriftquellen von den Germanen. Immerhin seien die Germanen sehr gut ausgerüstet gewesen - viele von ihnen ausgerechnet mit importierten römischen Schwertern.


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