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Reiner Schöne

Konzert

Reiner Schöne im Pavillon: Auch als Alter noch dramatisch jung

Von allem ein bisschen: So könnte die aktuelle Tour „Mitten ins Herz“ von Reiner Schöne kurz zusammengefasst werden. Denn in zwei Stunden zeigte der Liedermacher, Sänger, Schauspieler und Autor, was er alles kann.

Hannover. Ein bisschen Konzert, ein bisschen Lesung und dabei ein bisschen Schauspielerei: So mag ihn sein Publikum im Pavillon - es lachte, klatschte und plauderte mit ihm wie mit einem alten Bekannten.

Fetzig geht das Programm von Schöne (dessen Karriere 1968 mit dem Musical „Haare“ begann, wo er das Plattencover zierte) und seiner dreiköpfigen Profi-Band mit dem Song „Mitten ins Herz“ los. Bluesig das Klavier, rockig das Schlagzeug - und dabei stampft so manch ein Zuschauer so stark mit, dass der Stuhl des Vordermanns im Takt wackelt. Der 70-Jährige sitzt dabei mit der Gitarre unterm Arm lässig auf einem Barhocker und haucht mit seiner tiefen, rauchigen Stimme seine teils seicht-romantischen, teils machohaften Liedtexte in das Mikro. Diese sind manchmal schön banal: So reimt sich „American“ auf „Hurricane“ oder „Sweet Sixteen“ auf „Josephine“, und für einen jugendhaft wirkenden „Crossover“ aus Englisch und Deutsch ist Schöne auch immer zu haben.

Dass sich der Sänger tatsächlich Gedanken um sein Alter macht und sich lange nicht so alt zu fühlen scheint, wie er ist, zeigen nicht nur seine Chucks. In seinem aktuellen Buch wirft er erneut die Frage auf, die er sich bereits 1976 auf seinem Longplayer stellte: „Werd’ ich noch jung sein, wenn ich älter bin?“ Eine Antwort gibt er auf die Frage nicht, vielmehr erzählt er in seinen autobiografischen Kurzgeschichten von seinen musikalischen Anfängen in der neunten Klasse mit den „Eintagsfliegen“, mit denen er mehr erfinderisch als musikalisch auf roten Karnevalstüten und Waschbrettern die Prä-Punk-Phase eingeleitet habe. Außerdem geht es um seine Erinnerungen an die DDR und die verflixten Grenzübergänge, bei denen ihm bereits ein Kassettenrekorder Probleme bereitete. Er liest diese Anekdoten und man merkt: Schöne wird nostalgisch, wenn er an die guten, alten Zeiten denkt.

Bewertung: 4/5


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