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Regisseur Christian Petzold sieht überal nur Kommissare. Foto: Daniel Naupold

Regisseur Christian Petzold sieht überal nur Kommissare. Foto: Daniel Naupold

Medien

Regisseur Christian Petzold: Es gibt zu viele Krimis

Der Filmemacher Christian Petzold (52) ("Yella", "Barbara") findet, dass im deutschen Fernsehen zu viele Krimis laufen - und meist nach demselben Schema. "Ich gucke die schon, aber es ist ein bisschen viel geworden, weil ja jede Landeshauptstadt ein eigenes Kommissariat hat", sagte der in Berlin lebende Regisseur in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Mainz/Berlin. a. "Ich habe das Gefühl, in Schweden gibt es nur noch Serienmörder und bei uns gibt es nur noch Kommissare." Die Polizei sei zu oft im Mittelpunkt der Geschichte. "Ein Krimi sollte auch etwas erzählen", sagt Petzold. Zum Beispiel über verzweifelte Menschen, schlägt er vor.

Der Regisseur, der mit dem Film "Barbara" für einen Oscar nominiert war, ist auch begeisterter "TV-Gucker": "Ich mag es total gern, die "Tagesschau" anzugucken und den Prime-Time-Film", sagte Petzold. Auch das Kleine Fernsehspiel und Dokumentationen, schaue er sich an. Bei Dokus darf es aber nicht um Zoo-Geschichten gehen, die mag er gar nicht: "Das kann man sich echt nicht angucken."

Für dieses Jahr plant der Filmemacher einen historischen Kinofilm, einen "Polizeiruf 110" und einen Film in den USA. Der Kinofilm sei gemeinsam mit der ARD in Planung und werde ab August gedreht. "Er erzählt von einer Auschwitz-Überlebenden, die mit einem zerstörten Gesicht nach Berlin zurückkommt", berichtet Petzold. Mit dabei: Nina Hoss, Nina Kunzendorf. Petzold nimmt gern wieder Schauspieler und Crewmitglieder, die schon bei anderen seiner Filme mitgemacht haben. Er kritisiert mangelnde Netzwerke in Deutschland: "Wenn wir schon keine Filmindustrie in Deutschland haben - wir tun so und haben eine simulierte -, muss man sich die Netzwerke selber schaffen."

Petzold ist im ZDF am 29. April in der Reihe 50 Jahre "Kleines Fernsehspiel" mit seinem Debütfilm "Pilotinnen" (Eleonore Weisgerber, Nadeshda Brennicke) zu sehen. "Das ist ein Programm, mit dem ich immer noch überrascht werde", sagt er über das "Kleine Fernsehspiel".

dpa


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